Problem Mühlstraße ungelöst

- Ignoranz der Autofahrer sorgt für Ratlosigkeit bei Gemeinderäten

VON MARC SCHREIB Straßlach-Dingharting - Die Mühlstraße hinunter ins Mühltal bereitet der Polizei und den Straßlacher Gemeinderäten seit Jahren Kopfzerbrechen. Zur Sommerszeit winden sich Autofahrer, Radler und Fußgänger über den schmalen Weg hinab zum E.on-Kraftwerk, sei es um das Museum zu besichtigen, ins Wirtshaus nebenan zu gehen oder in die Isarauen auszuschwärmen. In der jüngsten Sitzung versuchten die Mandatsträger erneut, das Problem in den Griff zu bekommen. Ohne Erfolg.

In den 90er Jahren bereits wurde die Zufahrt gesperrt, ein Durchkommen war nur mit Sonderausweisen möglich. Zwischenzeitlich wurde die Ausweispflicht wieder abgeschafft und stattdessen ein Schild "Anlieger frei" angebracht. "Aber das hat alles nichts gebracht, außer Arbeit für den Gemeinderat", schimpfte Gert Pansegrau (UWV) in der jüngsten Sitzung. Er habe mit der Polizei gesprochen. Die Lösung: Der Gemeinderat müsse das Schild "Anlieger frei" in "Anwohner frei" umtaufen. "Im Moment können die dort nichts machen."

Die Polizei muss tatenlos dabei zusehen, wie die Autofahrer am Schild vorbeifahren. Der Forstbetrieb stagniert in den Sommermonaten, weil die Arbeiter mit den Vans nicht durchkommen. Ein Todesfall hat sich bereits ereignet, ein Radfahrer starb an seinen schweren Verletzungen. Und jetzt ist es nach Pansegrau höchste Zeit, den Schilderwald zu beseitigen. Mit einem Anwohner-frei-Schild würden die Polizisten nämlich richtig aufräumen. Bis zu einer Beschlussfassung darüber konnte der UWTler die übrigen Räte allerdings nicht bringen.

Albert Geiger (BP) unternahm ebenfalls einen Anlauf: Wie schon in den 90ern, plädierte er auch jetzt dafür, die Ausweise für Anwohner wieder einzuführen und zusätzlich Schwerbehinderte in irgendeiner noch zu bestimmenden Form die Durchfahrt zu erlauben.

Vielleicht war es der Einwurf von Horst Wagner (FWG), der die Räte gegen diesen Vorschlag stimmen ließ. "In den Sommermonaten bringt der Wirt seine Gästezahl problemlos zusammen." Im Herbst und Winter dagegen könne er im Falle einer Durchfahrtssperre selbst zusperren und seine Wirtschaft auf den saisonalen Betrieb umstellen.

Dieses Szenario muss er jedenfalls vorerst nicht fürchten, da in der allgemeinen Ratlosigkeit überhaupt kein Beschluss gefasst wurde.

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