Prozess

Angeklagter Busfahrer bei Kollegen beliebt

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Im Prozess zu mutmaßlichem sexuellen Missbrauch an einer Schülerin (8) ist die Öffentlichkeit am zweiten Verhandlungstag ausgeschlossen.

Garching – Gut geschützt vor der Öffentlichkeit ist am Freitag der Prozess um ein mutmaßlich sexuell missbrauchtes Mädchen (8) aus dem Landkreis Dachau fortgesetzt worden. Angeklagt ist ein Busfahrer (53) aus Garching. Er soll der Schülerin während der Heimfahrten mehrfach in den Schritt gefasst haben. Der Mann bestreitet den Vorwurf.

Die Vernehmung des vier Jahre älteren Bruders des Angeklagten war der einzige öffentliche Teil des zweiten Prozesstages. Der 57-Jährige war erstaunt über die Taten, die seinem Bruder vorgeworfen werden. „Seit er bei dem Busunternehmen war, hatte ich das Gefühl, er ist gut aufgehoben“, berichtete der Zeuge. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich sein Bruder an dem Mädel vergangen habe. „Sollte es so sein, habe ich kein Mitleid“, fügte er noch hinzu.

Ähnliche Worte fand eine Ex-Kollegin des Angeklagten am Rande des Verfahrens. Wolfgang Z. sei ein netter Kollege gewesen, sagte sie, ein sehr zurückhaltender Fahrer. Mit den Kindern sei er immer ganz fantastisch umgegangen. Probleme habe es nie gegeben. Sie und die anderen Mitarbeiter reagierten entsetzt ob der Missbrauchs-Vorwürfe. Eine Verwechslung mit einem anderen Mitarbeiter schloss sie aber aus.

Dabei erinnerte sich die Kollegin an ein Gespräch unter den Fahrern, bei dem der Angeklagte nach seiner familiären Situation gefragt worden war. Er berichtete, mit einer Frau in einer festen Beziehung zu leben. Dabei lebte er seit zehn Jahren nur mit seinem Bekannten Ludwig A. in einer Wohnung in Garching zusammen. Der Mann ist laut dem Bruder des Angeklagten seit einiger Zeit verschwunden. Das Gericht hatte bereits im Vorfeld des Verfahren erfolglos versucht, ihn als Zeugen vorzuladen.

Dem Bruder zufolge konnte Wolfganz Z. keine Frau kennenlernen, denn er ging nie aus, hockte nach der Arbeit immer in seiner Wohnung. Bis zur Festnahme habe sein Bruder nur oberflächlichen Kontakte zu Frauen gepflegt. Den Zustand der Wohnung des Angeklagten beschrieb er als katastrophal.

Hinter geschlossenen Türen berichteten die Mutter sowie eine Diplom-Psychologin zum aktuellen Gesundheitszustand des Mädchens. Die Kleine hatte sich offenbar erst knapp zwei Jahre später getraut, von den Übergriffen zu erzählen. Seitdem befindet sich das Kind anscheinend in psychologischer Behandlung. Seine Therapeutin unterrichtete das Gericht über die momentane Situation. Der Prozess dauert an.

Rubriklistenbild: © dpa

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