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Konzert mit „Accademia di Monaco“

Bürgerhaus als Tonstudio

Pullach - Studierende des Studios für historische Aufführungspraxis der Hochschule für Musik und Theater sowie Profis als Gäste, die 2014 gegründete „Accademia di Monaco“, nutzten das Bürgerhaus Pullach als Tonstudio. Sie stellten den Musikfreunden „Arien für Nancy Storace“ als „musikalisch-literarisches Porträts einer Mozart-Sängerin“ vor.

Anna Selina Storace wurde 1765 in London als Tochter eines Kontrabassisten, der italienische Opernlibretti übersetzte, geboren. Sie war Schülerin des Sopran-Kastraten Venanzio Rauzzini, ein Sänger der Uraufführung der Oper „Lucio Silla“ von Mozart, der das „Exsultate, jubilate“ für ihn schrieb. Storace debütierte elfjährig in Rauzzinis Oper „Le Ali d’Amore“ als Cupido, bildete sich in Italien fort und wurde 1783 Hofsängerin in Wien. Zum 200. Todestag erscheint 2017 die Pullacher CD. 

Es erklangen für Storace bestimmte Arien rarer Bühnenwerke. Aus Salieris „La scuola de gelosi“ sang Marie-Sophie Pollak die Arie der vom Gatten betrogene Gräfin, mit Dramatik schon im Rezitativ, „D’un anno il solo giro come tutto cambiò!“ (Wie hat sich nur im Laufe eines Jahre Alles so sehr verändert!). Geschmeidig wechselte sie auch in der Arie zu lyrischen Passagen. Eine Arie aus Paisiellos „Rè Teodoro in Venezia“ erforderte Heftigkeit, natürlich wegen Untreue. Launig sang sie aus Opern von Vicente Martín y Soler. Katharina Ruckgaber hielt sich an Opern Salieris und Giuseppe Sartis. Nancys Bruder Stephen Storace schrieb „Gli equivoci“, woraus sie mit Rezitativ und Rondò der Sofronia, „Che delirio è mai questo!“ (Welche Tollheit ist das!) beeindruckte. Erneut bewährte sich das von Joachim Tschiedel geleitete Orchester: stürmisch die Einleitung, und als begleitender Klangkörper wurde es dann auch sanft. Beides schien etwas übertrieben, überzeugte aber als historische Aufführungspraxis. Ruckgaber sang das Rezitativ und die „Rosen-Arie“ der Susanna aus „Le nozze die Figaro“, die Rolle der Storace, „Giunse alfin il momento“. Da verblassten die Arien von Mozarts Kollegen. 

Am Schluss sang Pollak ein Stück für Sopran, obligates Klavier und Orchester (KV 505), das Mozart an Weihnachten 1786 für Storaces Abschieds-Konzert im Februar 1787 schuf. Beim Rezitativ, „Ch’io mi scordi di te? und der hochemotionalen Arie „Non temer, amato bene“ steigerte sie ihre Stimme zur Leuchtkraft. Am Hammerflügel gestaltete Lauriane Follonier den ungewöhnlichen Part voll perlender Läufe als silbrig-helles Duett mit der Sängerin. Maja Amme, die Schauspiel studiert, ergänzte die Eindrücke als Rezitatorin, las aus verschiedenen Quellen vor und ließ die Spannung nicht abreißen. Da ging es auch um Mozarts enge Verbindung mit Storace. So habe man die Rosen-Arie schon als Liebeserklärung gedeutet. Den begeisterten Beifall hatten alle Mitwirkenden ehrlich verdient. Arno Preiser

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