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Die Klosterkirche Ebrach mit ihren gotischen Stützbauten hat viel zu erzählen. Immerhin ist sie fast 900 Jahre alt.

Pullacher Partnerschaftsverein

Durch die fürstliche Kulturlandschaft

Pullach - „Im Anschluss an die offiziellen Feiern zum Besuch einer Delegation aus Pauillac sind wir zur schönen Sommerzeit ins Land der Franken gefahren.“ Das berichten Rudi und Renate Sieghart vom Pullacher Partnerschaftsverein. Diese private Reise, die immer von den jeweiligen Gastgebern organisiert wird, führte die Teilnehmer nach Franken in den Steigerwald.

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund und weiteren 22 Pullachern war es ein Anliegen, die 17 Gäste aus Pauillac zu begleiten, um langjährige Freundschaften zu pflegen und neue zu knüpfen. Die Reise stand unter dem Motto „Bier, Wein und Kultur im Frankenland“. Sie wohnten in dem als schlossartig gerühmten Viehhof des bedeutenden ehemaligen Zisterzienserklosters Ebrach, dem heutigen Historikhotel Klosterbräu, und begannen von dort an der Schnittstelle zwischen fränkischer Biertradition und dem fränkischen Weinland die Ausflüge. In Bamberg wird seit 1122 Bier gebraut, und es sind heute noch neun Brauereien im Stadtgebiet, die über 50 Bierspezialitäten herstellen und in traditionsreichen Bierkellern ausschenken. Das Bamberger Land hat mit 60 Privatbrauereien, die 300 verschiedene Biere brauen, die höchste Brauereidichte der Welt.

 Den fränkischen Wein konnten die Ausflügler im Weingut der Fürsten zu Castell-Castell genießen. Der Weinanbau der Fürstenfamilie reicht bis ins Jahr 1224 zurück. Castell zählt daher mit nahezu 800 Jahren Weinbautradition zu den ältesten Weingütern Deutschlands. Das Fürstlich Castell’sche Domänenamt ermöglichte die Besuchern einen Spaziergang durch die Weinberge, eine Schlosskellerbesichtigung und bei einer fränkischen Brotzeit die Verkostung von acht Casteller Weinen. 

Die fränkische Kultur begleitete sie jeden Tag der Reise. Stadtführungen in Bamberg mit Besichtigung des Doms und der auf der Liste des Unesco-Kulturerbes eingetragenen Altstadt sowie in Rothenburg ob der Tauber mit seinem romantischen Flair des Spätmittelalters und der Renaissance vermochten einen Überblick zu vermitteln. Höhepunkte waren die Besichtigung und Erläuterung von drei Werken des fränkischen Bildschnitzers Tilman Riemerschneider: Das Hochgrab des Kaiserpaares Heinrichs II. und seiner Gemahlin Kunigunde im Bamberger Dom, der Heilig-Blut-Altar in der St.-Jakobs-Kirche in Rothenburg und Maria im Rosenkranz in der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten bei Volkach.

 Eine Besonderheit war auch die Führung in der ehemaligen Klosterkirche der Zisterzienserabtei in Ebrach, die nahe des Hotel lag. Die Kirche besitzt neben einer großen Orgel zwei berühmte historische Chororgeln, die über dem rechten und linken Chorgestühl aufgestellt sind, sodass die Organisten Blickkontakt haben und sich über die wechselseitigen Einsätze verständigen können. „Wir hatten das Glück, dass Irmi Mallach unserer Reisegruppe angehörte, die sich schnell mit dem Organisten der Kirche einigte, gemeinsam die beiden Orgeln zu bespielen und uns so den Genuss eines ganz besonderen Orgelkonzertes ermöglichte“, berichten Rudi und Renate Sieghart. Irmi Mallach erfreute die Reisegruppe auch an den Abenden zusammen mit Christoph Glowka mit spontan gedichteten Gstanzln. 

Ein weiterer Teilnehmer, Odilo Helmerich, konnte als gebürtiger Franke die Gruppe mit Vorträgen über Land und Leute, Geschichte und Religion versorgen. Vor allem in den Fällen, wenn keine Reiseführer da waren, die die Besichtigungen in Französisch durchführten, übersetzte Gunde Hinderer-Scheubner das Gesagte. Nach den gemeinsamen Tagen verabschiedeten die Pullacher ihre Gäste am Flughafen und verabredeten das nächste Treffen im Mai nächsten Jahres in Pauillac. (mm)

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