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„Ich bin ein Isartaler“, „Ich bin eine Isartalerin“: Das können die kleine Isa Rebecca, sieben Monate, und der ein Jahr und drei Monate alte Zean jetzt vor sich hertragen.

Babyempfang in Pullach

Entspannter Austausch über Kulleraugen

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Pullach - Großes Gewusel im Pullacher Sportheim an der Gistlstraße. Drinnen ebenso wie draußen auf der Terrasse. Es war wieder mal Baby-Empfang in der Gemeinde, zum neunten Mal. 67 Neugeborene bis Einjährige waren geladen worden – mit ihren 66 Familien. Etwa knapp die Hälfte dürfte gekommen sein.

Auf den Tischen überall Schnabeltassen, Nuckelflaschen, unverwüstliches Plastikgeschirr. Kuchenbrösel allerorten. Hier juchzte der vielleicht knapp einjährige Bub einer Nigerianerin, dort wurde ein syrisches Baby mit kess hellgrünem Stirnband samt Riesenblume dran spazierengetragen von der Mama. Man muss es allerdings sagen: Die meisten der Hauptpersonen verschliefen diesen Nachmittag, der einer ihrer ersten größeren öffentlichen Auftritte gewesen sein dürfte. Ehe sie später mit einem T-Shirt der Gemeinde mit dem Aufdruck „Ich bin ein Isartaler/eine Isartalerin“ nach Hause gingen beziehungsweise getragen oder geschoben wurden.

Wie wichtig Kinder für eine lebendige Gemeinde sind – das sagte in ihrer dem Anlass entsprechend eher kurzen Begrüßung Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne). Und wies noch in wenigen Worten auf die vielen Möglichkeiten hin, die es in der Gemeinde gibt, um den Nachwuchs ordentlich betreuen zu lassen – von der Kinderkrippe über die Tagesmutter bis zum Kindergarten.

Das war es dann auch, was die meisten Mütter einem als erstes erzählten – mit hochzufriedenem Gesichtsausdruck. Dass sie für ihr Baby, das erst vor ein paar Monaten auf die Welt gekommen ist, bereits den Kita-Platz sicher in der Tasche haben. Das entspannt dann doch.

Weiterer offizieller Programmpunkt: das Gruppenfoto auf der Fußballwiese. Mit blau-weiß gepunktetem Ball. Und der Rathauschefin in der Bildmitte.

„Ich hätte auch gern noch ein Baby“, „Ich mag Babys auch, leider werden sie älter“, witzelten Besucherinnen, bei denen die Familiengründung schon länger zurückliegt. Zu nett war es einfach, all die Mini-Wesen zu beobachten. Mit Kulleraugen, Schmollmund, Riesenbacken. Zwei Pullacher Babys bekamen für ein Foto gleichmal die Gemeinde-T-Shirts übergezogen. Während von der jüngsten Teilnehmerin der Veranstaltung, der erst zehn Wochen alten Leona, praktisch nichts zu sehen war. Die Kleine war komplett im Tragetuch der Mama verschwunden, nur das weiße Sonnenhütchen schaute oben raus. Seit einem Jahr, erzählte Mutter Linde Bortfeldt, würden sie und ihr Mann jetzt hier draußen wohnen, sie fühlen sich sehr wohl. „Wir haben uns bewusst für Pullach entschieden wegen der guten Infrastruktur“, sagte sie, und: „Wir sind hier total gut aufgenommen worden.“

Nicht wenige Familien sind, war zu erfahren, erst vor kurzem nach Pullach ins Isartal gekommen. Weil es in der Stadt anstrengend wird mit Kindern, an ein Haus dort ist ohnehin nicht zu denken. Yvonne Schmidt, Mama von zwei Kindern und zum zweiten Mal Gast beim Baby-Empfang, ist seit sechs Jahren Wahl-Pullacherin, ihr Mann, meinte sie, sei einer der wenigen gebürtigen Pullacher. „Die Leute hier sind sehr freundlich“, berichtete sie, während ihr Großer, der dreieinhalbjährige Alex, mit einem Erdbeertörtchen kämpfte. Man werde beim Einkaufen auch nicht blöd angeschaut, wenn das Kind mal einen Trotzanfall bekommt. Das klingt doch ganz angenehm.

Dann waren auch schon die ersten Väter da. Flitzten ältere Geschwister mit dem Bobbycar durch die Gegend. Spielten drinnen Gesellschaftsspiele. Häuften sich weitere Kuchen auf die Teller. Während die Mütter Kindergarten-Erfahrungen austauschten. Und die Hauptpersonen – genau: weiterschliefen.

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