BND
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Einfahrt ins Ungewisse: Nur Befugte erhalten zum BND-Gelände an der Heilmannstraße Zutritt. Selbst die Verantwortlichen im Pullacher Rathaus fühlen sich schlecht darüber informiert, was hinter den Mauern geschieht.

Neue Abteilung geplant

Pullach: Darum investiert der BND in einen Neubau

Pullach - Der Bundesnachrichtendienst (BND) will, entgegen früherer Ankündigungen, doch noch einmal kräftig in seinen Standort Pullach investieren.

Der Dienst bestätigt, dass er in Pullach einen Neubau für seine Abteilung „Technische Aufklärung“ (TA) plant. Wann Baubeginn sein soll, will der Dienst bislang nicht sagen. Auch zu den Kosten - Medienberichten zufolge soll es sich um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln - gibt es keine Angaben.

Von Pullach aus sollen Mobilfunkdaten aus aller Welt erfasst werden

Fest steht daher nur, dass der Geheimdienst von dem bislang 68 Hektar großen Areal an der Heilmannstraße in Pullach künftig nur noch einen Teilbereich von rund 15 Hektar nutzen will. Die rund 1000 in Pullach verbleibenden Mitarbeiter werden sich dort, laut Auskunft der BND-Pressestelle in Berlin, mit dem Thema „Technische Aufklärung samt den dazugehörigen Unterstützungselementen“ befassen. Anders formuliert sollen von Pullach aus Mobilfunkdaten aus aller Welt erfasst werden.

Bundesnachrichtendienst-Sprecher Martin Heinemann zufolge war der Neubau eines Rechenzentrums in Pullach vor einem Jahr quasi der „Vorbote“ für die kommenden Bauaktivitäten. Nach dem Umzug des Dienstes nach Berlin, der im Jahr 2016 abgeschlossen sein soll, steht dann, ab 2017, der Bau des Gebäudes für Technische Aufklärung auf dem Plan. Darüber hinaus würden auf dem Gelände derzeit laufend Sanierungs- und Umbaumaßnahmen stattfinden.

Gemeinde und Landratsamt München sind bei den Plänen "außen vor"

Im Pullacher Rathaus bekommt man von dem Treiben der Geheimdienstler freilich wenig mit. Die Gemeinde als auch das Landratsamt München sind bei diesen Aktivitäten „außen vor“, wie es der Pullacher Bauamtsleiter Jürgen Weiß formuliert. „Wir haben es einfach nur zur Kenntnis zu nehmen.“

Zwar stehe die Gemeinde in ständigem Kontakt mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), die das Areal im Auftrag des Bundes verwalte. Nach wie vor habe sie aber keine konkrete Aussage dazu erhalten, wann genau welche BND-Flächen aufgegeben werden. „Wir können keinen Bebauungsplan machen“, sagt Weiß, „wir haben nur den Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, der besagt, dass wir die frei werdenden Grundstücke kaufen wollen.“

"Immer wieder unterschiedliche Aussagen zur Dauer der Umgestaltung des BND-Geländes"

Holger Ptacek, SPD-Gemeinderat und stellvertretender Vorsitzender des Geschichtsforums Pullach, kann Weiß’ Frust nachvollziehen. „Es gibt immer wieder Aussagen zur Dauer der Umgestaltung des BND-Geländes, immer wieder unterschiedliche. Erst hieß es, in vier Jahren sei der Umbau abgeschlossen, inzwischen ist es wieder länger.“ Er selbst habe in den vergangenen zehn Jahren mit vier verschiedenen BND-Präsidenten zu tun gehabt. „Wir müssen einfach abwarten und sehen, was auf uns zukommt.“ Im Moment, glaubt Ptacek, nutzt der Nachrichtendienst die Flächen in Pullach als „Rangierfläche“, solange der Umzug nach Berlin und der Neubau der TA-Abteilung noch nicht abgeschlossen sind.

Trotz der Unsicherheit im Ablauf will Ptacek dennoch schon jetzt in die Planungen dafür einsteigen, was die Gemeinde irgendwann einmal mit den BND-Flächen anstellen will. Denn: „Lieber habe ich einen Plan, und sie verkaufen am Ende doch nicht, als dass sie plötzlich verkaufen und wir wissen nicht, was wir damit machen wollen.“ Der Pullacher Bau- und Ortsplanungsausschuss werde sich des Themas in einer seiner nächsten Sitzungen annehmen.

Seltene Einblicke: So sieht's beim BND aus

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BND Geheimdienst
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Von Stefanie Zipfer

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