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Die Abiturienten in Pullach kamen wie immer in der Mehrzahl in Tracht.

Abiturienten des Otfried-Preußler-Gymnasiums

Schluss mit Heckmeck

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Im Pausenhof standen auf einem Biertisch schon die Sektgläser, drinnen klebten Luftballons mit guten Wünschen dran an der Decke, die hernach in den Himmel entlassen wurden über dem Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach. Dazwischen wurden 101 angehende Ex-Schüler mit ihren Abiturzeugnissen ausgestattet und damit „auf das echte Leben losgelassen“, wie Mickael Brunhammer, einer der Absolventen, in seiner Rede sagte.

Pullach -  Dabei lag in der Aula der staatlichen Schule durchaus einige Wehmut in der Luft. Nicht nur, dass vielleicht manche der jungen Erwachsenen, wie Brunhammer auch meinte, „vielleicht Angst haben davor, selber klarkommen zu müssen“. Auch Schulleiterin Renate Einzel-Bergmann schwankte zwischen Freude und Abschiedsschmerz – sie geht im August nach 16 Jahren in der Hans-Keis-Straße in den Ruhestand. Und beendete ihre Ausführungen mit einem Gedicht von Bertolt Brecht, in dem es heißt: „Der, den ich liebe, hat mir gesagt, dass er mich braucht, darum, gebe ich auf mich acht.“

Ansonsten ihr Thema: das vielzitierte „postfaktische Zeitalter“, in dem wir leider leben und in dem oftmals das emotionale Erleben wichtiger geworden ist als eine Tatsache. Weshalb es passieren konnte, dass der amtierende US-Präsident einen Besuch in Yad Vashem als „amazing“ bezeichnete, als „toll“ also. An ihrer Schule jedoch hätten die Abgänger, die den letzten in den 90er Jahren geborenen Jahrgang bildeten, Tugenden „wie Fleiß, Zielstrebigkeit und Teamgeist“ gelernt, außerdem „Vielfalt, Toleranz und Wahrhaftigkeit gelebt“.

Die Schüler wiederum, Mickael Brunhammer und Lisa Heerklotz, gingen in ihrem Redebeitrag mehr auf den geselligen Aspekt ihrer Schulzeit ein. Die jungen Leute, deren Motto gewesen war: „last 90s GenAbiration – nach uns kommen nur noch Nullen“, haben, so kam heraus, nicht immer durchgezogen, was eigentlich geplant gewesen war. Eine anvisierte Berlinfahrt kam nicht zustande, auch für den Abiball konnte nicht der Veranstaltungsort gebucht werden, den man an sich haben wollte. Manches Lernwochenende wurde auch weniger diszipliniert durchgezogen als ursprünglich geplant.

„Man könnte sagen, dass das Wort ,Heckmeck’ unsere Jahrgangsstufe am besten beschreibt“, meinte lächelnd Mickael Brunhammer. Ausschließlich Chaos haben die jungen Erwachsenen in den letzten zwei Jahren aber mit Sicherheit nicht verbreitet. Denn sie sind mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,09 „der beste Jahrgang, an den wir uns erinnern können“, wie Renate Einzel-Bergmann stolz angemerkt hatte.

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