Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen

Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen
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Lauter Einserschüler auf der Bühne. Mit Schulleiter Werner Mitterreiter und Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (beide links am Rand).

Absolventen der Josef-Breher-Mittelschule in Pullach

Tag der Erleichterung

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Im Rittersaal der Burg Schwaneck sind 32 junge Leute aus der Josef Breher-Mittelschule ins Leben entlassen worden. Zehn von ihnen mit einem Einser-Zeugnis.

Pullach – Einen Extra-Applaus bekam neben anderen Ali, ein 17-jähriger junger Mann aus Afghanistan, der zu den unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten gehörte, die auf der Burg Schwaneck ein erstes Zuhause in Deutschland gefunden hatten. Er spricht bestens Deutsch – und hat den Quali mit 2,8 bestanden. Nächstes Jahr will er Mittlere Reife machen.

Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) hielt die erste Rede: 65 Prozent aller Neuntklässler, die zu den Prüfungen angetreten sind, haben bestanden. „Wir hatten auch schon“, meinte Schulleiter Werner Mitterreiter, „70 oder 80 Prozent.“ Landkreisweit liegt die Quote heuer bei 60 Prozent. Von den 13 Jugendlichen aus der Zehnten haben alle die Mittlere Reife geschafft. Die Übergangsklassen, von denen nach Eintreffen der geflüchteten jungen Leute auf der Burg zwei gegründet worden waren in der Kagerbauerstraße, wurden beide aufgelöst. Die meisten Betroffenen haben mit ihrem Umzug auch die Schule gewechselt. Ali nicht. Obwohl er mittlerweile in Unterschleißheim wohnt, geht er weiter in Pullach zur Schule.

Von einem „besonderen Tag“ sprach in ihrer kurzen Rede die Rathauschefin. Der Tag der Zeugnisverteilung sei ein „Tag der Erleichterung, des Stolzes, aber auch des Abschiednehmens“. „Bleiben Sie Pullach treu“, ermunterte sie schmunzelnd die jungen Erwachsenen, denen sie den Spruch mit auf ihren Weg gab: „Die Dinge sind nie so, wie sie sind, sie sind immer das, was man aus ihnen macht.“

Schulleiter Mitterreiter berichtete von Schülern, die vor Jahren kaum Deutsch sprachen oder schüchtern waren. Und jetzt mit beiden Beinen im Leben stehen würden. Es sei wichtig, meinte er, im Leben zu lernen, nach Rückschlägen auch wieder aufzustehen. Und weiter zu gehen. „Bildung hört nie auf“, ermahnte er seine Schützlinge. Und: „Ein gebildeter Mensch kümmert sich auch um andere.“ Man müsse an sich glauben, dann laufe man auch keinen „Rattenfängern“ nach.

Die Schüler? Zeigten Filme von ihren Klassenreisen nach London und Barcelona. Von denen sie auch in ihren Ansprachen erzählten. Jasin Dzemaili, der für die Zehntklässler sprach, sagte: „Aus Barcelona sind wir vertraut und zusammengeweißt zurückgekommen, wie wollten gleich wieder zurück.“ Isa Pille und Leon Dulazeka berichteten auch von Aufenthalten im Schullandheim: „Es gab immer was zu lachen.“

Derweil erzählte Ali, der im Juli 2015 nach Deutschland gekommen war, dass er in der Oper in München auch Theater spielt mit anderen Jugendlichen aus der Stadt, aber auch Geflüchteten. Zwei Projekte wurden dort schon auf der Bühne umgesetzt. Im August macht er einen Englisch-Kurs an der Volkshochschule. Er wolle, meinte der junge Mann, im „gesundheitlichen Bereich“ arbeiten.

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