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AEZ muss weg: Dieses Aussehen prägte einen Teil Höllriegelskreuths über viele Jahre hinweg. 

AEZ soll an gleicher Stelle wieder entstehen und mehr Fläche erhalten

Pullacher Einkaufszentrum wird abgerissen

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In Höllriegelskreuth wird die Gemeinde Pullach ihr Aussehen wohl in den nächsten Jahren ziemlich verändern. Das AEZ, wie es heute besteht, fällt der Abrissbirne zum Opfer.

Pullach – Die Flächen, auf denen sich jetzt das AEZ, das Umzugsunternehmen Helm und die Automatendreherei Josef Rauscher befinden, sollen komplett neu überbaut werden. Die Grundstücke befinden sich in Privatbesitz. Damit die Eigentümerin ihre ehrgeizigen Pläne umsetzen kann, hat der Gemeinderat jetzt – nicht ohne Diskussion – beschlossen, die Bebauungspläne entsprechen ändern zu lassen.

Wenn alles so verwirklicht wird, wie Architekt Michael Winkelmann von der „par terre“ Generalplanung und Projektsteuerung dem Gremium vorstellte, wird hier an der Stelle in der Gemeinde alles anders. Es bleibt auch kein Stein auf dem anderen, der Bestand würde komplett abgerissen. Zum AEZ, das ein neues Gebäude und mehr Fläche bekommen soll (rund 4400 Quadratmeter), kämen dann ein Drogeriemarkt, außerdem ein Hotel sowie ein „Gewerbehof“. Womit sich nicht alle Gemeinderäte anfreunden mochten. Letztlich stimmten fünf gegen das Vorhaben. Einer von ihnen war Arnulf Mallach (SPD), der fürchtete, die Ortsmitte werde durch die neuen Läden in Höllriegelskreuth, in denen sich ja mit dem Simmel und dem Lidl schon zwei Discounter befinden, weiter geschwächt. Die Gemeinde hier zu entwickeln, „ist ein falscher Schritt zum falschen Zeitpunkt“.

Walter Mayer (CSU) fürchtete außerdem, es könne an dem Standort Probleme geben mit der Sicherheit – schließlich ist in unmittelbarer Nachbarschaft der Chemiekonzern United Initiators zuhause. Auch er fürchtet, der Lebensmittel-Discounter sei zu groß konzipiert:„Das kann nicht vernünftig sein.“ Am Ende aber setzten sich diejenigen durch, die fanden, der nördliche Ortsteil der Gemeinde könne durch die Umgestaltung nur gewinnen. Und auf der Bahnhofswiese sei ohnehin nicht Platz genug, um hier einen Drogeriemarkt anzusiedeln.

Wie auch immer – am Ende traf das Gremium zögerlich eine Vernunftentscheidung. „Es ist ein schwieriger Abwägungsprozess“, meinte auch Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne). Für das Vorhaben hatte sich als erster Andreas Most (CSU) ausgesprochen, der überlegte: „Was ist, wenn wir ablehnen? Dann würden wir eine Industriebrache bekommen.“ Denn das AEZ ist in der jetzigen Form offenbar nicht weiter zu betreiben. Dabei konnte er die Bedenken der Kollegen durchaus nachvollziehen. Auch er ist sich nicht ganz sicher, ob das Hotel, in dem vor allem Gäste und Zeitarbeiter der Konzerne rundherum übernachten sollen, an der Stelle tatsächlich funktionieren wird. Auch er fürchtet Verkehrsprobleme und hadert damit, dass im neuen Areal für die beiden Unternehmen Helm und Rauscher kein Platz mehr sein wird.

Immer wieder brachte die Mehrheit, die am Ende das Vorhaben abnickte, das Argument vor, in der Ortsmitte könne ohnehin keine Drogerie angesiedelt werden, da dafür die nötige Fläche fehle. Cornelia Zechmeister (WiP) meinte zudem, das Hotel, das aufs AEZ draufgepflanzt werden soll, stelle für die Unterkünfte, die in Pullach selbst vorhanden sind, keine Konkurrenz dar. Fabian Müller-Klug, Grüne, wiederum sagte, fürs Zentrum solle man sich eher nach einem kleineren Bioladen umsehen. Aber Arnulf Mallach mochte sich nicht überzeugen lassen: „Es geht darum, dass wir in der Ortsmitte etwas brauchen, was einen Anker darstellt. Ein Drogeriemarkt in den geplanten Dimensionen ist bei uns vollkommen überflüssig.“

Wie das Ganze dann im Detail aussehen soll? Es wird freilich eine großzügige Tiefgarage geben, das AEZ rutscht in den Süden des riesigen, 12 500 Quadratmeter großen Areals. Er wird, wie auch der Drogeriemarkt im Norden, auf Stelzen gebaut – ebenerdig sind noch einmal Stellflächen vorgesehen. Der Gewerbehof wiederum schließt sich nördlich an die Drogerie an. Dächer sollen begrünt werden, ebenso wie ungenutzte Flächen im Außenbereich. „Wir sind bemüht, die Baumassen zu komprimieren und die Nutzung zu schichten“, sagte Architekt Winkelmann.

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