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Container sollen auf dieser Freifläche, einem Biotop, aufgestellt werden.

Asylunterkünfte in Pullach

Anwohner fürchten Ghetto am Grundelberg

Pullach – Die Sorgen sind groß: Die Anlieger der Grundelberg-Siedlung fürchten ein Ghetto: 200 Bewohner bei 150 Flüchtlingen.

„Der Gemeinderat hatte eigentlich versprochen, dass die Flüchtlinge dezentral untergebracht werden.“ Die Anwohner der Grundelberg-Siedlung in Pullach sind wenig begeistert von den Plänen des Gemeinderats, in ihrer direkten Nachbarschaft 150 Asylbewerber unterbringen zu wollen – 40 auf der Grundelbergwiese, 110 in der Heilmannstraße. 

Das zeigte sich auch bei der Diskussion, zu der WiP, CSU und FDP – die mit ihren Anträgen im Gemeinderat diese Lösungen vorgeschlagen und mit ihrer Mehrheit durchgesetzt hatten – am Samstag vor Ort geladen hatten. 60 Besucher haben im Verlauf des kalten Vormittags vorbeigeschaut. Die Stimmung: leicht genervt. 

„Pullach hat nicht viele Flächen, es ist schwierig“, meinte eine Frau. Alle Besucher betonten: Gegen Flüchtlinge sei niemand. Aber die Zuzügler gehörten übers ganze Gemeindegebiet verteilt. Die Sorge: „Das wird hier sonst ein Ghetto.“ In der Grundelberg-Siedlung leben derzeit 200 Bewohner. Eine Frau meinte, sie könne ihre Kinder bald nicht mehr rauslassen. Auch sie würde sich dann fürchten, nachts heimzukommen. Ein Mann forderte, „dass nochmal intensiv diskutiert wird“. 

Die Gemeinderäte, die verantwortlich sind für die aktuelle Beschlusslage, versuchten die Aufregung zu mindern. Zweite Bürgermeisterin Conny Zechmeister (WiP) sagte: „Die Flüchtlinge verteilen sich tagsüber doch auf ganz Pullach.“ Und Alex Betz (FDP) sah die Verantwortung beim Landkreis und bei der Verwaltung. „Ich will mir das Gesülze nicht mehr anhören“, meinte schließlich ein Mann genervt. Derweil machte sich Angelika Metz (WiP) eher Sorgen über die gesamte Weltlage: „Die ganze EU fliegt auseinander."

ak

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