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Die Zukunft der Feuerwehr: Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (7.v.l.) mit dem Vorstand und den neuen Mitgliedern.

Kritik vom Feuerwehr-Kommandanten in Pullach

Bahnschranke: Wertvolle Minuten verstreichen

Wertvolle Zeit verstreicht, wenn die Feuerwehr Pullach an der geschlossenen Bahnschranke steht. Das kritisiert der Kommandant. Denn: Die Schranke schließt nicht erst, wenn der Zug kommt.

Pullach – „Unser Überleben hängt davon ab, dass wir junge Leute motivieren und akquirieren können“, sagt Harald Stoiber. Mit „uns“ meint der Kommandant das Überleben der Freiwilligen Feuerwehr Pullach. Die Überlebenschancen stehen sehr gut für die Wehr: Zwölf neue Mitglieder, davon zehn in der Jugendgruppe, konnten die Ehrenamtlichen im Jahr 2016 begrüßen. „Ein sprunghafter Anstieg“, sagt Stoiber, der auch dem großen Engagement der neuen Jugendleiterin Veronika Wolf zu verdanken sei. Insgesamt zählt die Pullacher Feuerwehr 75 aktive und 39 passive Mitglieder.

Neue Mitglieder begrüßen ist das eine, sie zu halten eine andere. Und das fällt der Feuerwehr zunehmend schwerer, wie Stoiber bei der Jahresversammlung deutlich machte. Schuld sei der „Mangel an bezahlbarem Wohnraum“, der viele junge Pullacher zum Wegzug bewegt. Mit einem weiteren Problem kämpfen die Retter: mit der Bahnschranke vor dem Feuerwehr-Gerätehaus. Die sei „bei Einsätzen häufig geschlossen“, monierte der Kommandant. Heißt: Die Retter brauchen deutlich länger, um überhaupt ins Gerätehaus zu kommen, beim Ausrücken „steht das Einsatzfahrzeug dann häufig nochmal davor“. Wertvolle Minuten, wenn es schnell gehen muss beim Einsatz. Das große Problem: Die Schranke schließe nicht erst, wenn der Zug anrollt, sondern bereits, wenn er in den Bahnhöfen Großhesselohe und Pullach einfährt, sagt der Kommandant. Dauert der Stopp am Bahnhof länger, bleibt auch die Schranke an der Jaiserstraße länger geschlossen. Stoiber appellierte an die Vertreter der Gemeinde, nach Lösungen zu suchen. „Das ist Aufgabe der Kommune und der Bahn.“

Insgesamt waren die Retter im Jahr 2016 bei 254 Einsätzen 2166 Stunden gefordert, hinzu kamen 4414 Stunden bei 168 Ausbildungsveranstaltungen. Weitere 300 Stunden Verwaltungsarbeit mussten Stoiber und Co. aufwenden, damit drei neue Fahrzeuge in diesem Jahr ihren Dienst aufnehmen können: ein Mannschaftstransportwagen, ein Einsatzleitwagen sowie ein kleines, wendiges Löschfahrzeug.

Weitere positive Nachrichten hatten der Kommandant und Vorsitzender Hans Horak für zahlreiche Retter an dem Abend. Sie wurden befördert oder geehrt.   

mm

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