Umstritten sind die Um- und Ausbaupläne der Firma United Initiators in Höllriegelskreuth. Jetzt wird es in Pullach und in Baierbrunn Info-Veranstaltungen geben. f.: ak
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Umstritten sind die Um- und Ausbaupläne der Firma United Initiators in Höllriegelskreuth.

Baierbrunner Initiative „Haselmaus“ hat mit 770 Unterschriften das nötige Quorum erreicht

Bürgerentscheid gegen Ausbaupläne von United Initiators

  • VonAndrea Kästle
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In Pullach wird es aller Voraussicht nach einen Bürgerentscheid über die Aus- und Umbaupläne der Firma United Initiators geben. Die Bürgerinitiative „Haselmaus“, die vor etwa drei Wochen ein Bürgerbegehren in die Wege geleitet hat, hat das nötige Quorum erreicht und 770 Unterschriften an Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) überreicht.

Das dürfte die Info-Veranstaltung, die am heutigen Dienstagabend in Baierbrunn ab 18.30 Uhr in einem Zelt beim Sport- und Bürgerzentrum stattfindet, umso spannender machen. Schließlich ist der Sprecher der Bürgerinitiative des vor kurzem gegründeten Vereins „Schutz des Isartals“, Christian Boeck, Baierbrunner. Er wohnt in Buchenhain nur wenige 100 Meter von United Initiators entfernt.

Forderung nach klarem Ausbaustopp

Entsprechend werden die Pullacher demnächst über die Frage abzustimmen haben: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Pullach alle rechtlich zur Verfügung stehenden, sowie baurechtlichen und planungsrechtlichen Maßnahmen ergreift, um eine (weitere) Expansion der Chemiefirma (Peroxid) United Initiators in Pullach zu verhindern?“ Es gehe darum, heißt es in der Begründung, die „permanente Expansion“ des Konzerns über einen „klaren Ausbaustopp“ zu beenden; der Bestand der Firma werde dadurch nicht gefährdet.

Damit geht das Tauziehen um den Chemiekonzern, der vor dreieinhalb Jahren seine Pläne erstmals zur Genehmigung vorgelegt hat, in die nächste Runde. Dass diese Pläne überhaupt in der Intensität diskutiert werden, ist allerdings der Gemeinde zu verdanken, die sich ins Genehmigungsverfahren für weitere Bauanträge, eingereicht beim Landratsamt, einspreizte und ankündigte, einen neuen Bebauungsplan für das Areal aufstellen zu wollen. Nur so ist überhaupt die Möglichkeit entstanden, dem Chemieriesen, der schon seit 110 Jahren vor Ort ansässig ist, Auflagen zu machen in Zusammenhang mit „Big Wings“, wie die Neu-Aufstellung der Logistik intern genannt wird.

Bürgermeisterin beklagt Fehlinformationen

In der jüngsten Ausgabe des „Isar-Anzeigers“ schreibt Rathauschefin Tausendfreund leicht verärgert von „Fehlinformationen“, die in der Gemeinde die Runde machten und die Bürger verunsicherten. „Big Wings“ bedeute keine Baurechtsmehrung. „Die Bürgerinitiative und zumindest in Teilen auch das Bürgerbegehren bedienen sich mehrfach widerlegter falscher Behauptungen.“ Mit einigen der im Bürgerbegehren getroffenen Aussagen würden die Leute „in die Irre geführt“, andere Aussagen befänden sich „noch in Prüfung“.

Gleichzeitig zieht inzwischen auch der Gemeinderat, was das Thema angeht, nicht mehr an einem Strang – erstmals gab es in der jüngsten Sitzung zu einem Beschluss über Unitied Initiators Gegenstimmen (wir berichteten). Teile der WiP, die CSU und die FDP hatten dafür plädiert, das Verfahren zu unterbrechen. Und erst einmal die Öffentlichkeit in die Debatte mit einzubeziehen. Das geschieht so oder so auf jeden Fall: Am 28. Juli wird auch in Pullach eine Info-Veranstaltung zum komplexen Projekt des Unternehmens stattfinden.

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