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Bunte Einhörner statt grauem Einerlei: Die Unterführung an der Sollner Straße ist neu gestaltet.

Bunte Bilder gegen die Tristesse

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Pullach - Eine wirklich triste Gemeinde ist Pullach ohnehin nicht. Vor kurzem wurde der Skaterpark mit Graffiti gestaltet. Die Unterführung in Großhesselohe an der Sollner Straße ist jedenfalls zum Teil begrünt. Und jetzt ist der Ort noch bunter geworden.

 Schüler haben zusammen mit Loomit, einem der bekanntesten Graffiti-Künstler Deutschlands, während der letzten zwei Schulwochen einige Flächen im Gemeindegebiet künstlerisch gestaltet. 

Seither zieren die Unterführung an der Sollner Straße in Großhesselohe einige Einhörner – auf roséfarbenem Grund. Während im eher dunklen Fußgängertunnel am Promenadeweg, der dunkelgrün und orange gefliest ist, auf der einen Seite eine Gebirgslandschaft entstanden ist, auf der anderen Seite sich seit neuestem ein Drache ringelt. 

„Super isses“, freute sich Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) bei einem Ortstermin. Zu dem auch Stefan Miller von der Bautechnik, der das ganze Projekt überhaupt angestoßen hatte, und Patrick Garcia, der mobile Jugendarbeiter der Gemeinde, gekommen waren. Und natürlich wenigstens ein Jugendlicher sowie der Meister selbst. Sie waren ja quasi noch am Arbeiten. Und während Musik lief, es nach Farbe roch, erzählten die Beteiligten, wie viel Spaß das Projekt ihnen gemacht hat. 

Treffen an der Unterführung am Promendaweg: (v.l.) Schüler Leonhard Rieder, Stefan Miller von der Bautechnik im Rathaus Pullach, Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, Sozialpädagoge Patrick Garcia und Graffiti-Künstler Loomit – der auch die Kuh entworfen hat.

Leonhard Rieder, 17, den bunt getupften rosa Kopfhörer um dem Hals, sagte begeistert: „Ich fand es einfach genial.“ Er habe erst angefangen zu sprayen, „ich durfte hier sofort mitmachen“. Über einen Freund habe er von der Aktion erfahren. Von ihm, der aufs staatliche Gymnasium geht, stammt die Gebirgslandschaft, „ich versuche, hier noch ein Dorf reinzusetzen“. Auch rund um den Drachen soll eine passende Landschaft entstehen. Derweil waren die Stützmauern des Tunnels zu beiden Seiten schon fertig: Auf der einen Seite hatten Schüler Vögel gesprayt, auf der anderen Seite war Loomit persönlich am Werk – und hat dort zwei Kühe hingesetzt. Ebenfalls wurden die Trafohäuschen bei beiden Standorten künstlerisch gestaltet.

 Der Künstler selbst – der vor Jahren schon nach München gekommen ist, der in der Stadt Unterführungen in Giesing und an der Ludwigskirche gestaltet hat – sagte, für ihn sei am Wichtigsten bei seinen Workshops, „dass die Jugendlichen auch verlässlich dabei bleiben“. Was in Pullach der Fall gewesen sei. Bei der Wahl der Motive habe er den Heranwachsenden freie Hand gelassen, einzige Bedingung: Dass sie, was sie dann sprayen wollten, vorher zeichnen hatten können, denn: „Die Bilder kommen nicht aus der Dose.“ Er, Loomit, habe schon als Kind leidenschaftlich gern gezeichnet. Er bekommt viele Privat-Aufträge, hat bei Udes daheim das Bad bunt gestaltet und zuletzt eine 350-Quadratmeter-Wand für VW in Berlin besprayt. 

Bleibt nur zu hoffen, dass jetzt all jene, die sonst immer mal wieder ganz gern die Pullacher Freiflächen beschmiert haben, die Finger von den Kunstwerken lassen. Weshalb ja die Verwaltung auf die Idee gekommen war, das Projekt zu initiieren und auch die Bahn von der Aktion hatte überzeugen können. „Da traut sich jetzt keiner mehr, drüberzuschmieren“, sagte Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund. Und sah sehr zufrieden aus.

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