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Ein Tuch bedruckt mit Schülermotiven, die vielfach mit Otfried Preußler zu tun hatten, bekommt die Direktorin.

Renate Einzel-Bergmann verlässt Gymnasium Pullach

Berührender Abschied für die Direktorin

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Rührender Abschied für prägende Persönlichkeit: Renate Einzel-Bergmann hinterlässt viel am Gymnasium Pullach - nicht nur den Namen der Schule.

Pullach – Mit einem wahren Marathon an Reden ist Renate Einzel-Bergmann, die Direktorin des staatlichen Gymnasiums Pullach, in den Ruhestand verabschiedet worden. Neun Wegbegleiter, Kollegen, Chefs und Schüler gaben sich in der Aula der Schule das Mikrofon in die Hand, um ihre Verdienste zu würdigen – ehe sie sich dann selbst bei allen Beteiligten sichtlich gerührt bedankte.

„Sie werden mir alle ganz arg fehlen“, meinte „die EB“, wie sie an ihrer ersten beruflichen Station am Gymnasium in Unterschleißheim offenbar gern genannt worden ist. Auch die „vielen fröhlichen Hallo-Rufe, die ich nicht mehr erwidern kann“ dürften ihr, glaubt sie, bald ziemlich abgehen. Sie übergebe ein „gut aufgestelltes Gymnasium vertrauensvoll“ an ihren Nachfolger Benno Fischbach. Die zweifache Mutter und Großmutter versprach: „Das Otfried-Preußler-Gymnasium wird ein Teil von mir bleiben.“

Ihr letzter Dank galt ihrem VW Golf, der sie die 16 Jahre, die sie in Pullach als Schulleiterin fungierte, sicher dorthin und wieder nach Hause gebracht habe. Die Strecke zusammengenommen sei so lang wie sechs Erd-Umrundungen.

Die Ansprachen, umrahmt musikalisch vom Schulorchester, gingen nicht nur der Direktorin nahe; auch Brigitte Metzger, Vorsitzende des Elternbeirats, war sichtlich bewegt. Sie musste mehrmals schlucken, ehe sie betonen konnte, dass Einzel-Bergmann als Schulleiterin immer das „richtige Gespür“ bewiesen habe. Sie trage „das Herz am rechten Fleck“. Vielleicht die witzigste Rede hielt Volker Carqueville, Einzel-Bergmanns Chef in Unterschleißheim, der seinen Beitrag spickte mit Wörtern, die mit ihren Initialen „e“ und „b“ anfangen. Sie könne einen „echt begeistern“, außerdem bei den Schülern „Erfolge bewirken“, denen aber auch „eindeutige Befehle“ erteilen. Sie habe bald ein „erfreuliches Bildungsniveau“ in ihren Klassen erreicht.

Die Begrüßung übernahm Markus Martini, ihr Stellvertreter, der ebenfalls die Schule verlässt, um Direktor am neuen Ismaninger Gymnasium zu werden. Dann übernahm Stephan Zahlhaas, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Oberbayern West, der Einzel-Bergmann direkt ansprach. „Man könnte Dich als Urgestein bezeichnen“ – und sämtliche Funktionen aufzählte, die sie in Kommissionen innegehabt hat. Landrat Christoph Göbel war der erste, der von der „Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft“ der scheidenden Schulleiterin sprach. Diese hat sie auch in Zusammenhang mit der Benennung der Schule bewiesen, die gegen Widerstand im Gemeinderat 2013 unter ihr stattgefunden hat. Die Pullacher Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, Grüne, meinte, die Wogen, die die Namensgebung geschlagen habe, seien längst geglättet.

Überraschend traten zwei ehemalige Schüler auf: Philip Degenfelder, der 2015 sein Abitur in Pullach gemacht hat, und einer aus der allerersten Theatergruppe, die Einzel-Bergmann in ihrer Zeit als junge Lehrerin in Unterschleißheim geleitet hat. Christoph Hauptvogel ist heute Anwalt und als solcher manchmal noch immer schauspielerisch aktiv, wie er meinte. Im Namen der Lehrerkollegen meinte Sabine Simon: „Unsere Schule wird immer Ihre Schule bleiben – und zwar nicht nur wegen des Namens.“ Schülersprecherin Laetitia Raster fügte hinzu: „Sie können sicher sein, dass wir Sie in guter Erinnerung behalten.“ Dann: Musik. Und – passend zum Marathon – Zieleinlauf in der Mensa. 

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