Ein Windrad bei Sonnenuntergang
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Auch im Forstenrieder Park sollen bald Windräder stehen, wenn es nach dem neuen Windkraftbündnis der Gemeinden Pullach und Neuried geht. (Symbolfoto)

Forstenrieder Park

Drittes Windkraft-Bündnis gegründet

  • vonAndreas Sachse
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Auch Pullach und Neuried setzen auf Windkraft. Der Landkreis unterstützt die Pläne der beiden Gemeinden zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Windenergie Forstenrieder Park.

Landkreis - Trotz der Diskussionen um das Thema Windkraft, die Ende März im Austritt der Gemeinde Brunnthal aus der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Windenergie Hofoldinger Forst gipfelten, stellt sich das Landratsamt hinter die Pläne zur Gründung des dritten Windkraft-Bündnisses im Kreis. Der vor ein paar Jahren ins Leben gerufenen Arge Hofoldinger Forst und der Arge Höhenkirchner Forst bescheinigen Gutachter gute Erträge. Beteiligte Bürger dürfen demnach auf gute Rendite hoffen.

Wind- und Ertragsgutachten in Auftrag gegeben

Für das von den Gemeinden Pullach und Neuried am Montag im Kreis-Umweltausschuss erfolgreich beantragte Bündnis Forstenrieder Park gibt der Kreis nun ebenfalls ein Wind- und Ertragsgutachten in Auftrag. Die Antragsteller sind zuversichtlich.

Nach einem ersten Anlauf vor über zehn Jahren schien aus dem Forstenrieder Park in Sachen Windkraft nichts zu holen. Dank neuer Technologien und höherer Zuschüsse nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) ist Windenergie laut Experten inzwischen selbst an sogenannten Schwachwindstandorten rentabel. „Dem Fortschritt sei Dank“, resümierte Landrat Christoph Göbel (CSU).

Windkraft wichtiges Standbein für Energiewende

Neben Solarenergie, Geothermie und Biomasse soll Windkraft ein gewichtiges Standbein in der vom Landkreis definierten Energiewende einnehmen. Nicht jeder sieht das positiv. Nach einer Demonstration in Brunnthal im Herbst 2019 gipfelte der Widerstand gegen Windkraft vor wenigen Wochen im Austritt der Gemeinde aus der Arge Hofoldinger Forst. Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU), der den Ausstieg aus der Arge Hofoldinger Forst gegen seine Überzeugung umsetzen musste, schwang sich in der Sitzung des Kreis-Umweltausschusses als Wortführer der Pro-Windkraft-Fraktion auf: „Wenn wir die Energiewende wollen, müssen wir die Leute begeistern, müssen sie mit ins Boot holen.“ Die Entscheidung für den Forstenrieder Park fiel einstimmig. Die Sorge vor Lärm, einer Gefahr für Vögel und bedrohlicher Strahlung sieht man im Kreis durch Gutachten widerlegt.

Unklar, wie viele Windräder im Forstenrieder Park geplant sind

Die Arbeitsgemeinschaften Hofoldinger und Höhenkirchner Forst wollen jeweils drei bis zu 240 Meter hohe Windräder aufstellen. Wieviele es im Forstenrieder Park werden sollen, ist noch unklar. In Pullach und Neuried hofft man noch auf die Beteiligung weiterer umliegender Kommunen. Vor gut zehn Jahren schon hatte man gemeinsam mit Starnberg ein Windkraft-Bündnis geplant. Der Forstenrieder Park sollte eingemeindet werden. Eine Reaktion auf den Antrag aus Neuried steht bis heute aus. Das Landratsamt München trägt das Gros der Kosten für Gutachten, Planung und Öffentlichkeitsarbeit, will sich später aber zurückziehen und seine Anteile einer Betreibergesellschaft zum Verkehrswert überlassen.

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