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Im Bau: Der bestehende Bahnsteig, an dem künftig nur noch die Züge in Richtung Wolfratshausen halten, ist nach dem Umbau per Aufzug erreichbar. An Gleis 1 (oben) entsteht ein neuer Bahnsteig samt Lift für die Züge nach München.

Pullachs Bürgermeisterin Tausendfreund: Bahnhof derzeit „eine echte Mausefalle“

Ein barrierefreier Bahnhof zu Weihnachten

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Sechs Millionen Euro investiert die Bahn in den barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs Höllriegelskreuth. Zwei andere S7-Haltestellen schauen in Sachen behindertengerechter Modernisierung derweil weiter in die Röhre.

Pullach – Gasanbieter Linde zur Rechten, Autoverleiher Sixt zur Linken, beide Firmen untergebracht in modernen, fast schon futuristisch anmutenden Bürokomplexen, und dazwischen: der sichtlich in die Jahre gekommene S-Bahnhof Höllriegelskreuth. Damit ist nun allerdings Schluss. Die Deutsche Bahn (DB) modernisiert die Haltestelle der S7 im Pullacher Gewerbegebiet und baut sie barrierefrei aus. Knapp sechs Millionen Euro investiert der Konzern in den großflächigen Umbau. 

Fast 5000 Fahrgäste steigen täglich in Höllriegelskreuth ein und aus – künftig dann an zwei separaten Bahnsteigen. Während der bestehende Mittelbahnsteig zu einem sogenannten Inselbahnsteig ausgebaut wird, an dem nur noch die Züge in Richtung Wolfratshausen Halt machen, entsteht auf der östlichen Gleisseite neben der „Park&Ride“-Anlage ein neuer Bahnsteig. Hier stoppen dann die S-Bahnen in Richtung München. Beide Bahnsteige sind künftig über Aufzüge erreichbar, die unterirdisch mit der bestehenden Unterführung verbunden werden. Zudem modernisiert die DB die Technik und lässt ein Blindenleitsystem einbauen. 

Die Fahrgäste müssen sich derweil auf deutliche Beeinträchtigungen einstellen. Bis zum 6. September ist Gleis 1 (stadteinwärts) wegen des Bahnsteig-Neubaus zeitweise komplett gesperrt. Die S-Bahnen in beide Richtungen verkehren von Gleis 2. Das wiederum ist anschließend gesperrt, wenn der der Mittelbahnsteig umgebaut wird.

Bis spätestens Weihnachten sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Ein kleines Weihnachtsgeschenk für unsere Kunden“, sagt Heiko Hamann, Leiter des DB-Bahnhofsmanagement, beim Spatenstich für den Ausbau. Für Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) war das auch höchste Zeit: „Derzeit ist der Bahnhof für Menschen mit Mobilitätseinschränkung eine echte Mausefalle“, sagte sie. Und auch optisch stehe der Bahnhof im starken Kontrast zu den umliegenden Firmen. „Er lädt nicht unbedingt dazu ein, mit der S-Bahn hierher zu fahren.“ 

Während sich die Pullacher also bald schon über einen behindertengerechten und schönen Bahnhof freuen dürfen, schauen zwei andere S7-Haltestellen weiter in die Röhre: Ebenhausen und Hohenbrunn (wir berichteten). „Es werden noch einige Jahre ins Land ziehen, bis wir dort über einen barrierefreien Ausbau reden können“, sagt Hamann und verwies auf das zu niedrige Fahrgastaufkommen an den Bahnhöfen. Andere Haltestellen hätten schlicht höhere Prioritäten. Langfristig, so sagt Hamann, sei das Ziel aber „alle Stationen barrierefrei zu haben“.

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