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Haben gute Verhandlungen geführt: (v.l.) Carlotta Lazarus mit den CAP-Vertretern Konstantin Leimig, Eva Feldmann-Wojtachnia und Konstantin Schäffer simulieren EU-Gesetzgebung.

Europatag am Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium

Rolle der Ratspräsidentschaft übernommen

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Beim Europatag am Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium in Pullach lernten die Schüler viel über die EU. Besonders eines wussten sie noch nicht.

Pullach – Kleine Fähnchen auf dem Tisch, größere Europa-Fahnen auf der Bühne. Grade ist Pressekonferenz im Veranstaltungsraum. „Vielversprechende Ergebnisse“, heißt es, seien erzielt worden. Sprich: Der EU ist es gelungen, weitere Maßnahmen auf dem Weg zu weniger Abfall anzuleiern. Damit ist die erste Lesung im Gesetzgebungsprozess mit dem Ziel „Zero Waste“ (kein Müll mehr) durch. Um „die große Bedeutung darzustellen, die Europa für unser alltägliches Leben hat“, wie Lehrer Andreas Seidler formulierte, fand diese Woche am Pater-Rupert-Mayer-Gymnasiums in Pullach zum ersten Mal ein „Europatag“ statt – für die ganze Schule.

Planspiel kommt gut an

Die Kleineren absolvierten eine Art Zirkeltraining mit Wissensstationen zum Thema. In der Mittelstufe hielt am frühen Nachmittag die Journalistin Angela Böhm einen Vortrag über Fake News. Und während die Siebtklässler schon einmal probeweise wählen gehen durften, war für die zehnten und elften Klassen das Centrum für angewandte Politikforschung (CAP), angesiedelt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, engagiert worden. Das mit den angehenden Erwachsenen dann ein Planspiel zur EU gemacht hat, das bestens ankam.

„Das alles war sehr lehrreich“, meinten kurz vor Schluss Carlotta Lazarus und Luiza Moelzer. Wer weiß schon, wie die Staatengemeinschaft wirklich genau funktioniert? Wichtig, das haben die beiden Mädchen schnell gemerkt, ist es schon mal, Kompromisse zu machen.

Gesetzgebung durchgespielt

Durchgespielt worden war der erste Schritt eines Gesetzgebungs-Verfahrens in der europäischen Hauptstadt. Ein von der Kommission eingebrachter, fiktiver Richtlinienentwurf musste vom Parlament wie vom Ministerrat diskutiert werden. Dabei waren es eben die Schüler selbst, die in die Rolle von Abgeordneten, Ministern und Lobbyisten verschiedener Länder schlüpften. Carlotta und Luiza übernahmen derweil die Ratspräsidentschaft, die momentan bei Finnland und Rumänien liegt. Wobei der Witz an der Sache eben ist, dass es nicht darauf ankommt, zu vertreten, was man selbst denkt. Sondern die Schüler bekamen jeweils eine Mappe ausgehändigt, die die Interessen desjenigen Landes oder derjenigen Organisation auflistete, für das oder die sie standen. Wie im richtigen Brüssel wurden dann Rednerlisten erstellt, jeder kam dran. „Wir haben hitzig diskutiert“, erzählten Carlotta und Luiza.

Irgendwann war es dann 16 Uhr – und das Programm war geschafft. „Ihr wart fantastisch“, lobte Planspieler Konstantin Schäffer die Beteiligten. Die Jugendlichen hätten sich alle bestens vorbereitet und bei den Verhandlungen ja auch gemerkt, dass „Lobbyarbeit und Industrieverbände gar nicht so mächtig sind“, fasste wiederum Eva Feldmann-Wojtachnia von der Forschungsgruppe „Jugend und Europa“ am CAP die Erkenntnisse des Europatages kurz und bündig zusammen.

Lesen Sie auch: Gut vorbereitet aufs echte Leben.

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