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Seit Oktober 2016 und noch bis diesen Sommer Baustelle: der Pullacher Friedhof an der Münchener Straße. Die soll jetzt auch gleich ausgebaut werden und unter Umständen Alleebäume an der Ostseite bekommen.

Kostensteigerung beim Umbau des Pullacher Friedhofs

Ausgaben jenseits von Gut und Böse

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Der Pullacher Friedhof: ein Bauvorhaben nicht nur für die Ewigkeit. Sondern auch eines, das ewig dauert. Bei der vergangenen Sitzung hat der Gemeinderat wieder mal grundsätzlich über die Um- und Neubaumaßnahmen diskutiert.

Pullach – Es ging ein weiteres Mal um die Kosten, die doch ziemlich gestiegen sind. 2014 war, allerdings noch ohne konkrete Planung, von vier Millionen Euro die Rede gewesen. Dann merkten die Kommunalpolitiker, dass sie eigentlich mehr wollten an der Münchener Straße. Es sollte jetzt gleich noch der dort befindliche Lagerplatz mit umgebaut werden, man wollte dann die Schaugangwand auch mit Urnen bestücken und rechnete noch die beiden freistehenden Urnenwände zu den Ausgaben dazu – und war im Sommer 2015 bei 4,9 Millionen Euro angelangt. Auch die, stellte sich dann heraus, werden nicht ausreichen. Aktuelle Prognose: 5,6 Millionen Euro. „Es gab eine Reihe von Wünschen, die wir alle nach und nach eingearbeitet haben“, meinte dazu bei der Sitzung Architekt Stefan Holzfurtner.

Das alles wurde längst mehrfach aufgerollt, aber das Kommunalgremium will sich mit den ja selbst verursachten Kostensteigerungen einfach nicht abfinden. Auch jetzt sagte wieder Alexander Betz, der schon länger schlicht mit „Nein“ stimmt, wenn es um den Friedhof geht: „Mich packt, wenn ich das alles höre, blankes Entsetzen. Es kann doch nicht sein, dass die Kosten so ausufern.“ Der FDP-Gemeinderat kündigte an, die Ausgaben für das Unterfangen extern nachprüfen zu lassen: „Wir sind nicht mehr in der Lage, das selbst zu klären.“ Auch sein Fraktionskollege Johannes Burges, der letztlich mit Betz gegen die Vorschläge votierte, hatte zu Beginn der Diskussion dem Architekten, nachdem der die Gestaltung der Außenanlagen dargelegt hatte, bedeutet: „Das ist alles eindrucksvoll, auch von den Kosten her.“ Von den Grünen hatte sich Wilhelm Wülleitner den beiden angeschlossen. Die Diskussion um den Friedhof sei „ermüdend und erschreckend“. Er sagte, er werde aus der „Gestaltungskommission“ austreten.

Letztlich ist die Gemeinde hineingerutscht in einen Zustand, der sich umschreiben lässt mit dem Sprichwort: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“ Der Friedhof wird vermutlich sehr schön werden, und jetzt sollen sich die Außenanlagen dem anpassen. Der Architekt will die Wirkung des neuen Gebäudes in einer Sichtachse auch auf den Platz und den Gehsteig vor dem Areal ausweiten, durch entsprechende Pflasterung und Bepflanzung. Der Friedhofsbereich wird unter anderem zum Werkhof durch verschiedene Sichtschutzwände abgeschirmt, die alle aus Holz erstellt und begrünt werden sollen. Der Parkplatz, einst gedacht als Asphaltsee mit Parkbuchten, bekommt jetzt ebenfalls Platten und wird auch bepflanzt.

Moniert wurde an dem Abend dann auch noch, dass die von unten zu beleuchtenden Betonbänke, von denen schon das Gestaltungsgremium nichts hatte wissen wollen, jetzt vom Architekten doch wieder ins Spiel gebracht wurden. Worüber sich besonders Holger Ptacek (SPD) ärgerte. „Da hatten wir doch schon Entscheidungen getroffen“, meinte er sinngemäß. Letztlich wurde das Gestaltungsgesamtkonzept abgesegnet, vor allem hinsichtlich der Sichtachsen, die auch durch sechs Platanen verstärkt werden sollen. Allerdings unter dem Vorbehalt, dass keine Mehrkosten entstehen.

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