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Nicht nur im Saal steht die Verwaltung bei der Pullacher Bürgerversammlung Rede und Antwort – sie hatte auch schon vor Beginn der Veranstaltung bei einem „Info-Markt“ im Foyer über aktuelle Themen informiert.

Bürgerversammlung Pullach

Friedhof spannender als Skaterpark

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Pullach - Kleine Überraschung in Pullach: Bei der Bürgerversammlung lag der Schwerpunkt der Nachfragen auf einem anderen Thema als gedacht.

Eigentlich war zu erwarten gewesen, dass bei der Bürgerversammlung in Pullach der Skaterpark Thema des Abends wird – dort ging es in der Vergangenheit manchen Anwohnern zu laut zu. Es drehten sich aber dann die meisten Wortmeldungen um etwas ganz anderes, um einen Ort der Stille: um den Friedhof nämlich.

Die Pullacher wollten wissen, ob dort im Zuge des Neubaus der Aussegnungshalle auch eine Urnenwand entstehen würde – das trifft zu. Ob auch anonyme Bestattungen möglich seien in der Gemeinde – auch das ist der Fall. Ein Mann beanstandete, dass die Rasenmäher, die der Bauhof dort benutzt, zu laut sind. Ein anderer wollte wissen, wann der Parkplatz Wurzelseppstraße, den Friedhofsbesucher benutzen, wieder frei ist. Wichtigste aller sonst vorgetragenen Sorgen: Ursula Siegert fürchtet, dass die jugendlichen unbegleiteten Flüchtlinge, die nur noch bis Ende März auf der Burg Schwaneck bleiben können, verlegt werden aus der Gemeinde. 50 Helfer kümmern sich im Moment um die 75 jungen Leute, „wenn die wegkommen, werden unsere Integrationsbemühungen zunichte gemacht“.

„Wir sind an mehreren Möglichkeiten dran, eine Anschlussunterbringung zu schaffen“, meinte Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne). Neun Betroffene kommen bei einem freien Träger im Ort unter, weitere zwölf könnten vielleicht in einer Wohngemeinschaft Platz finden, die in einem von Privat zur Verfügung gestellten Haus in der Seitnerstraße denkbar sei. Die Idee des Gemeinderats, Container an der Margaretenstraße für die minderjährigen Geflüchteten aufzustellen, wird sich, wie sich zeigte, nur schwer verwirklichen lassen. Der BND, der direkt an das Grundstück angrenzt, meldete nämlich „Sicherheitsbedenken“ an und machte Auflagen, die umzusetzen sehr teuer würde. Landrat Christoph Göbel (CSU) sagte im Bürgerhaus: „Ich gehe davon aus, dass die Jugendlichen nicht dableiben können.“

Ansonsten gibt es, wurde klar, wenig Grund zu hadern mit dem Leben in der Isartalgemeinde. Pullach steht, wie die Rathauschefin in ihrem sehr informativen, trotzdem nur eine Stunde langen Rechenschaftsbericht darlegte, finanziell „auf soliden Füßen“, bei Rücklagen von rund 58,6 Millionen Euro und besten Gewerbesteuereinnahmen können größere Projekte, wie sie ein neues Freizeitbad oder die Erweiterung der Grundschule etwa sind, durchaus gestemmt werden. „Wir können es uns leisten, auch unseren Gesellschaften Darlehen auszureichen“, sagte Tausendfreund.

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