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Schützenswert? Das Haus an der Habenschadenstraße 14. 

Pläne als Schule gestorben

Gemeinderat wehrt sich gegen Denkmal

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Pullach – Schutz, den nicht jeder will: Knapp lehnte der Gemeinderat den Vorstoß ab, das Anwesen Habenschadenstraße 14 als Denkmal einzustufen. Vermutlich ohne Erfolg. 

Die Gemeinde Pullach hat ein neues denkmalgeschütztes Anwesen: die Habenschadenstraße 14. Dieses wurde in die Liste der Denkmäler aufgenommen – was im Gemeinderat aber keineswegs Stolz und Freude auslöste. Im Gegenteil. Das Gremium hätte dies gern verhindert – und sprach sich mit neun zu zwölf Stimmen dagegen aus. Der Beschluss wird jedoch wohl an der Entscheidung des Denkmalamts nicht viel ändern. 

Das Argument der Gegner: Als Denkmal darf an dem Gebäude baulich nichts mehr verändert werden. Doch unter Umständen benötigt die Gemeinde genau auf diesem Grundstück durchaus noch Handlungsspielraum – und zwar, weil die Grundschule in ihrer jetzigen Größe den Ansprüchen der kommenden Jahre nicht genügen dürfte. „Es muss uns klar sein: Wenn die Habenschadenstraße Denkmal wird, geht eine Option verloren“, verdeutlichte Alex Betz, FDP. Und Conny Zechmeister, WiP, meinte, sie hänge zwar an dem Gebäude mit seinem „ortsprägenden Charakter“. Doch auch ihr wäre es lieber, das Haus würde nicht als besonders wertvoll gelistet. „Dann könnten wir es abreißen und genau so wieder aufbauen, wie es jetzt ist.“

 Das dürfte freilich schwer möglich sein, wie Peter Kotzur von der Bautechnik klarstellte: „Das Gebäude muss, wenn es Denkmal ist, auch in seiner baulichen Qualität erhalten bleiben.“ Eine zu große Einschränkung der kommunalen Handlungsfreiheit durch die Aufnahme in die Denkmalliste kritisierte auch Patrick Schramm, CSU. 

Aber es gab im Gemeinderat auch einige Stimmen, die sich dafür aussprachen, das Anwesen – Teil der ehemals in Pullach geplanten Villenkolonie und in den vergangenen Jahrzehnten eher „verkommen“, wie Grünen-Gemeinderat Wilhelm Wülleitner bedauerte – endlich die Würdigung erfährt, die es verdient. Wülleitner, selbst Architekt, meinte: „Wir sollten das Denkmal auch als Chance sehen. Dass wir nicht anbauen dürfen, ist noch nicht gesagt.“ Ähnlich argumentierte Arnulf Mallach, SPD: „Ich finde es unterstützenswert, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird.“ Er vertraue der Expertise der Fachleute. Als Schulgebäude komme für ihn das Anwesen nicht in Betracht, „wir sollten dort weiter eine Wohnnutzung sehen“. 

Holger Ptacek, SPD, plädierte schließlich dafür, die Themen Denkmalschutz und Schulerweiterung zu entkoppeln. „Wir sollten es vermeiden, jetzt über die Schule zu diskutieren.“ Die knappe Gemeinderatsentscheidung gegen die Aufnahme des Hauses an der Habenschadenstraße 14 in die Denkmalliste muss die Kommune nun dem Landesamt für Denkmalpflege kommunizieren und dafür Argumente liefern – unter Umständen mithilfe eines Gutachters. SPD-Rat Mallach ärgert das: „Jetzt müssen wir auch noch Geld ausgeben, damit Argumente gefunden werden, die hier niemandem eingefallen sind."

Andrea Kästle

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