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Mitspracherecht bei Veränderungen Diese Karte, angefertigt vom Umweltinstitut , zeigt die Belastungen, die genehmigt sind in der Gemeinde – nicht die realen Werte, die dort festgestellt wurden. Demnach sind, da rot markiert, in den Gegenden rund um beide Bahnhöfe theoretisch die höchsten Strahlenwerte möglich. Insgesamt ist aber doch das Gemeindegebiet vorwiegend grün – also nur sehr gering belastet.

Mobilfunkstudie

Grenzwerte werden weit unterschritten

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Pullach - Gute Nachricht für die Pullacher: Eine Studie ergab, dass in der Isartal-Gemeinde die Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung überall weit unterschritten werden.

Die Strahlenbelastung in Pullach durch die sechs Mobilfunkmasten, die übers Gemeindegebiet verteilt sind, ist in den vergangenen vier Jahren doch deutlich gestiegen. Sie bewegt sich aber immer noch laut Immissionsgutachten, das die Gemeinde beim Umweltinstitut München in Auftrag gegeben hat, weit unter den zulässigen Grenzwerten.

Die liegen in Deutschland momentan bei 41 Volt pro Meter – in Pullach beträgt der höchste Wert, der gemessen wurde, 2,5 Volt pro Meter. Und würde damit auch noch die sehr strengen Margen unterschreiten, die etwa in Belgien festgeschrieben worden sind vom Gesetzgeber. Mit drei Volt pro Meter. „Man kann das ganz entspannt sehen“, ist entsprechend auch der Tenor im Pullacher Rathaus.

Trotzdem hat die Gemeinde das Thema weiterhin auf dem Schirm – und hat sich im Gemeinderat, wo Hans Ulrich vom Umweltinstitut die Studie vorstellte, auch beraten lassen. Weil sich auch in Pullach gezeigt hat, wie viel es bringt, wenn zum einen sich die Gemeinde einschaltet, sobald es darum geht, einen Standort zu finden für einen Mobilfunkmasten. Etwa 2011 im Fall der Anlage, die damals von Linde weggerückt worden ist, hinein in den Forstenrieder Park. Jetzt ist der Mast zwar recht hoch, 42 Meter genau, und mag bedrohlich aussehen – aber die Höhe bewirkt, dass, wie Ulrich erklärte, das Signal nicht an Leistung verliert, weil keine Bäume im Weg stehen oder Häuser. Weshalb gar nicht so stark gesendet werden muss. Entsprechend niedrig ist die Belastung, die in dem Bereich an der B 11 gemessen wurde – sie liegt bei 0,2 Volt pro Meter.

Weil, was die Höhe der Anlagen angeht, „jeder Meter etwas ausmacht“, wie Hans Ulrich sagte, halten sich auch die Werte, die rund um das Haus am Wiesenweg gemessen worden sind, halbwegs in Grenzen. Sie betragen trotz der leistungsstarken Antennen, die auf dem Altersheim montiert worden sind, aber eben relativ hoch aufragen (24 bis 31 Meter über der Straße), 2,5 Volt pro Meter. Was gleichzeitig der höchste Wert ist, der überhaupt an zwölf Messstationen in der Gemeinde festgestellt worden ist.

Wenig günstig sind dagegen die Antennen in der Gartenstraße, die auf dem ehemaligen Postgelände nur 15 Meter hoch aufragen. In der nahegelegenen Goethestraße 11 wurden aber trotzdem nur 1,1 Volt pro Meter gemessen. Trotzdem ermunterte Hans Ulrich das Gremium, sich „einzugrätschen“, sobald an der Anlage Veränderungen vorgenommen werden sollen. Dann hat die Kommune nämlich auch ein Mitspracherecht. Während man sich mit bereits bestehenden Masten, wie ja schon viele Kommunen und auch Einzelbürger feststellen mussten, in der Regel abfinden muss. „Die genießen Bestandsschutz.“

Einen günstigen Standort wiederum hat der Mast B01, der südlichste von Pullach, der situiert ist auf einem Kamin – die Sendeanlagen dort befinden sich 38 beziehungsweise 78 Meter über der Straße.

Insgesamt wird in Pullach über 101 Funksysteme gesendet – vor vier Jahren waren es 22 weniger. Aber auch die Betreiber, die schon länger in der Gemeinde aktiv sind, haben in der Zwischenzeit die Leistungen erhöht. Der niedrigste Wert, der gefunden wurde in der Isartalkommune, ist schönerweise beim Kinderhort in der Johann-Bader-Straße, dort beträgt die Belastung lediglich 0,03 (GSM) beziehungsweise 0,01 Volt pro Meter (LTE).

Diskutiert wurden die Ergebnisse der Messungen, die die Gemeinde sich 13 000 Euro hat kosten lassen, im Gemeinderat kaum – alle Fraktionen sind sich einig, dass man die Belastung so niedrig halten will wie nur möglich. Conny Zechmeister, WiP, wollte wissen, ob es sinnvoll ist, mögliche Standorte im Flächennutzungsplan auszuweisen oder eben auch auszuschließen – was durchaus gut denkbar ist, wie Ulrich meinte. Nur Alex Betz, FDP, war erst dagegen, schon jetzt, was dann aber beschlossen wurde, einen Anwalt einzuschalten, um sich die Handlungsmöglichkeiten, die die Gemeinde hat, aufzeigen zu lassen. Gleichzeitig will man den Dialog mit den Betreibern suchen. Weil, wenn neue Antennen errichtet werden sollen, die Suche nach Standorten ohnehin sich meist über Jahre zieht.

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