der Pullacher Gemeinderat bei seiner Klausurtagung auf Burg Schwaneck
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Auf einem friedlichen Weg: der Pullacher Gemeinderat bei seiner Klausurtagung. Auf dem Bild fehlt nur die Bürgermeisterin.

Gemeinderat Pullach arbeitet an Teamgeist

Nach der Fehde jetzt in Klausur „die Stellschrauben auf positiv gestellt“

  • vonAndrea Kästle
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Nach dem Schlagabtausch unter der Gürtellinie im Isar-Anzeiger fuhr der Pullacher Gemeinderat auf Klausur - und siehe da, es lief friedlich. Das erzählen die Fraktionen.

Pullach – Das Seltsame in Pullach in dieser Zeit ist ja: Zwar befehdeten sich die einzelnen Fraktionen im Isar-Anzeiger, dem örtlichen Anzeigenblatt, gegenseitig. Teilweise mit Inhalten, die unter der Gürtellinie lagen. Aber gleichzeitig sind im Gemeinderat Beschlüsse dann oft einstimmig gefasst worden und die dort geführten Diskussionen liefen in der Regel auch zivilisiert ab. Jetzt hat das Gremium, das, wie es wirkte, sich nur stellenweise zusammenraufen mochte, einen Tag auf der Burg Schwaneck verbracht. Zur Klausur.

Alle Fraktionen bestätigen: Es hat bestens funktioniert.

Das offenbar hat bestens funktioniert – wie Beteiligte aller Fraktionen hinterher bestätigten. Beschlossen worden ist unter anderem, neben den Ausschüssen auch „interfraktionelle Arbeitsgruppen“ zu verschiedenen Themen zu bilden. Auch, um den berüchtigt langen Sitzungen ein wenig Druck zu nehmen.

„Es war super entspannt“, meinte am gestrigen Dienstag vor der Gemeinderatssitzung am Abend Michael Reich von der FDP. „Meinungsverschiedenheiten zu vielen Themen bleiben zwar weiterhin bestehen“, sagte er. Auf der anderen Seite sei er aber auch „zuversichtlich, dass wir zu Kompromissen kommen werden“. Ganz ähnlich äußerten sich alle Kollegen, egal, welcher Partei sie angehören.

Vor allem für die Neuen ein „wichtiges Treffen“

Für die CSU fasste Christine Eisenmann das Ergebnis des Workshops mit diesen Worten zusammen: „Die Stellschrauben wurden auf positiv gestellt, wir haben auch viel miteinander gelacht. Die Klausur hat uns auch inhaltlich ein Stück weiter gebracht.“ Man habe auch mal Privates austauschen können. Derweil resümierte Holger Ptacek von der SPD: „Meine Fraktion geht aus der Klausur raus mit einer großen Bereitschaft zur sachlichen Zusammenarbeit.“ Vor allem für die neuen Kollegen sei die Veranstaltung ein „wichtiges Treffen“ gewesen.

Für die Grünen wiederum sagte Renate Grasse: „Es war viel Kooperations- und Kompromissbereitschaft spürbar.“ Vor allem die zusätzlichen Arbeitsgruppen, meinte sie, „könnten ein guter Weg sein“.

Schwerpunkte auf der Agenda: Schwimmbad, Schulen und Bahnhofsareal

Moderiert haben den ungewöhnlichen Workshop Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund von den Grünen und Caroline Voit, ehemals CSU-Gemeinderätin, die auch wegen partei-interner Querelen die Fraktion verlassen hat. Schwerpunkte auf der Agenda neben dem gegenseitigen Kennenlernen waren die Schulen am Ort, die Pullach ja erweitern, sanieren oder gleich ganz neu bauen will, außerdem das Schwimmbad sowie das neu zu gestaltende Bahnhofsareal.

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