Unter sich die tobende Isar, über sich die Retter. In der Mitte der Brücke, auf einer Wehrmauer, sitzt das gekenterte Paar. 
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Unter sich die tobende Isar , über sich die Retter. In der Mitte der Brücke, auf einer Wehrmauer, sitzt das gekenterte Paar. 

Dramatische Rettungsaktion

Wieder kentert ein Boot auf der Isar: Mann wird durch Wehr gezogen - Pärchen sitzt fest

  • Günter Hiel
    vonGünter Hiel
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In der Isar vor dem Großhesseloher Wehr sind drei junge Leute mit einem Schlauchboot gekentert. Ein 26-Jähriger wurde samt Boot durchs Wehr gezogen, ein Pärchen rettete sich auf eine Wehrmauer.

  • Auf der Isar am Großhesseloher Wehr bei Pullach ist ein Schlauchboot gekentert.
  • Ein Mann wurde durchs Wehr gezogen, ein Paar saß auf der Wehrmauer fest.
  • Die Rettungsaktion gestaltete sich schwierig.

Bootsunfall am Großhesseloher Wehr: Fahrt bis dorthin nicht verboten

Pullach – Trotz der hohen Fließgeschwindigkeit der Isar war das Trio – eine 27-Jährige aus Kirchseeon, ein 28-Jähriger aus Forstinning und ein 26-jähriger Münchner – am Sonntag in einem Schlauchboot auf der Isar unterwegs. Wobei das Bootsfahren exakt bis zum Großhesseloher Wehr nicht verboten ist, wie die Polizei Grünwald bestätigt. Das Boot der jungen Leute kenterte direkt vor dem Wehr bei Großhesselohe (Gemeinde Pullach).

Unfall am Großhesseloher Wehr: 26-Jähriger wird durch Anlage gezogen

Der 26-Jährige wurde laut Polizei durchs Wehr gezogen. Er erlitt zum Glück nur leichte Verletzungen und wurde von Einsatzkräften der Wasserwacht München-Mitte gerettet. Die standen Posten vor dem Wehr, um alle Freizeitkapitäne zum Ausboten aufzufordern, sagt die Feuerwehr Pullach. Denn bereits tags zuvor hatte es auf der Isar im Stadtgebiet mehrere schwere Unfälle mit Booten an der Wasserwalze an der Marienklause und an der Thalkirchner Brücke gegeben.


Ob die drei Unfallopfer bei Großhesselohe die Warnrufe nicht gehört haben oder der Sog so stark war, dass sie nicht mehr ans Ufer kamen, ist laut Feuerwehr unklar. Die Wasserwacht setzte einen Notruf ab, woraufhin ein Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei anlief.

Bootsunfall bei Pullach: Junges Paar sitzt auf Teil der Wehrmauer fest

Ein Polizeihubschrauber war sofort zur Stelle, konnte das Paar auf dem Wehr jedoch angesichts der schlecht zugänglichen Örtlichkeit nicht über die Winde retten. Ein Überhang verhinderte das. Die beiden jungen Leute mussten daher von Einsatzkräften der Feuerwehr Pullach aufwendig gerettet werden: Ein Feuerwehrmann stieg in voller Absturzsicherungs-Montur vom Wehr herab und konnte die beiden nacheinander über eine Steckleiter nach oben führen.

Feuerwehrkommandant: Unfallopfer hatten Riesenglück

„Die Bootsfahrer hatten Riesenglück, dass nicht mehr passiert ist“, sagt Harald Stoiber, Kommandant der Feuerwehr Pullach. „Auch für uns als Feuerwehr ist es sehr problematisch, an so einer Wehranlage zu agieren.“ Die Polizei Grünwald spricht von einem „Einsatz, der mit einem hohen Risiko auch für die Rettungskräfte verbunden war“.

Alle Geretteten standen heftig unter Schock

Die drei Gekenterten wurden vom Rettungsdienst untersucht. Sie standen unter Schock – und als die Anspannung langsam nachließ wurde den dreien erst bewusst, in welch lebensgefährliche Situation sie sich gebracht hatten. „Man sah, dass sie sehr erschüttert waren“, sagt Kommandant Stoiber.

Hochriskanter Einsatz für die Feuerwehr Pullach

Einsatzkräfte der Feuerwehr Pullach bargen auch das Schlauchboot. Bei dieser Rettungsaktion habe sich erneut gezeigt, wie wertvoll die seit mehreren Jahre durchgeführte erweiterte Ausbildung im Bereich Absturzsicherung vor allem in außergewöhnlichen Lagen sei, sagt Stoiber. Seine Feuerwehr war mit 28 Kräften im Einsatz.

Weitere Unfälle im Stadtgebiet München

Die ebenfalls angerückten Kräfte der Berufsfeuerwehr München mussten nicht eingreifen und konnten nach wenigen Minuten zu einem ähnlichen Einsatz im Stadtgebiet abrücken. Bei der Absicherung der Maßnahmen unterstützten die Wasserwacht München-Mitte und die DLRG München-Mitte sowie Kräfte der Polizei.

Vor Jahren wurde das Schlauchbootfahren an der Isar im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verboten. Unfälle hatten sich gehäuft.

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