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Gesperrt: die Halfpipe.

Kuriose Entscheidung in Pullach

„Jein“ zum Lärmschutz am Skaterpark

Entschieden hat sich der Gemeinderat für eine begrünte Wand zum Bouldern - knapp. Aber eigentlich will sie doch keiner so recht.

Pullach– Die Skateranlage in Pullach wird nun womöglich doch nicht auf zwei Seiten mit einer Lärmschutzwand begrenzt. In seiner Sitzung am Dienstagabend beschloss der Gemeinderat ein wenig überraschend, erst einmal zu eruieren, ob das ganze Areal nicht einfach tiefergelegt und damit umgewandelt werden könne in eine sogenannte Bowl-Anlage. So könnte die Lärmbelästigung, über die vor allem einige Anwohner der Münchner Straße klagen, minimiert werden.

Dabei hatte das Gremium eigentlich einen ganz anderen Beschlussvorschlag auf der Tagesordnung gehabt. Die Verwaltung hatte vorab drei Vorschläge gemacht für mögliche Lärmschutzwände. Einer dieser Varianten sollte abgesegnet und dann eingereicht werden als Bauantrag beim Landratsamt. „Die setzen uns schon das Messer auf die Brust“, sagte Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) und machte ihren Kollegen klar, dass es jetzt an der Zeit sei, zu handeln. Weil sonst von Seiten der Behörde der beliebte Kinder- und Jugendtreff schlicht geschlossen würde.

Keiner der Gemeinderäte war wirklich glücklich mit der Wand, die mit 46 Metern Länge und sechs Metern Höhe geplant war. Recht unvermittelt schlug dann Patrick Schramm (CSU) vor, das Geld doch lieber auszugeben, um den Skaterpark selbst umzurüsten. „Die Lärmschutzwand ist ein Schildbürgerstreich“, sagte er. „Sie ist in keiner Weise sinnvoll.“ Man mache besser eine „Rolle rückwärts“. Ihm pflichtete dann – nicht minder überraschend – Holger Ptacek von der SPD bei: „200 000 Euro zu bewilligen, um die Jugendlichen vom S-Bahn-Lärm abzuschirmen: Ich schaffe es nicht.“ Er werde dem „Monster“ von einer Wand nicht zustimmen. „Mach ma lieber was Gscheits.“

Damit gab es kein Durchkommen mehr für den Bauantrag für die Lärmschutzwand. Auch wenn sich Arnulf Mallach, SPD, und Fabian Müller-Klug, Grüne, dafür ausgesprochen hatten, die Maßnahme durchzuziehen. Denn Mallach meinte: „Man muss jetzt konstruktiv denken, an der Wand führt aus meiner Sicht kein Weg vorbei.“ Müller-Klug betonte noch einmal, dass die Jugendlichen in der Gemeinde Freiraum brauchen. Und: „Wenn die Wand begrünt und bewachsen ist, dann ist das ein ästhetischer Rahmen, der keine Verschlechterung ist.“ Auch seine Fraktionskollegin Marianne Stöhr war der Meinung: „Wir dürfen die Zielvorstellung nicht aus den Augen verlieren, eine längere Schließung der Anlage fände ich entsetzlich.“

Cornelia Zechmeister, WiP, hatte derweil dafür plädiert, nach einem alternativen Standort Ausschau zu halten in der Gemeinde. Der ist jedoch nicht vorhanden.

Und dann wurde es kurios: Das Gremium sprach sich dann doch zunächst mit zehn zu acht Stimmen für eine von drei Lärmschutzvarianten aus, die beidseits begrünt und zum Bouldern geeignet g sein soll. Der nächste Schritt, diese Wand als Bauantrag beim Landratsamt einzureichen, lehnte das Gremium dann aber ab – mit einem Patt von neun zu neun Stimmen. Auch wenn Bürgermeisterin Tausendfreund mehrmals erläutert hatte, dass der Antrag lang nicht umgesetzt werden müsse, sondern lediglich ein Signal ans Landratsamt sei, dass sich die Gemeinde mit dem Thema Lärmschutz am Skaterpark befasst. Fortsetzung folgt.

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