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Imagefilme, Werbekampagnen, mehr Geld? Pullachs zähe Suche nach Erziehern

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Von: Andrea Kästle

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Rucksäcke in einem Kindergarten
Wie kann man Personal für die Kinderbetreuung gewinnen? Darüber hat jetzt der Gemeinderat Pullach diskutiert.  © Beispielfoto: dpa

Wie kann man Personal für die Kinderbetreuung gewinnen? Darüber hat jetzt der Gemeinderat Pullach diskutiert.

Pullach – Überall in der Region haben Kindergärten, Krippen, Kitas, Schulen zu wenig Personal. Trotzdem haben die Pullacher jetzt einen Eilantrag von FDP-Rat Alexander Betz, seit kurzem selbst Vater, abgelehnt, einen „Aktionsplan Kinderbetreuung“ zu schmieden. Einfach deshalb, weil die Maßnahmen, die Betz vorgeschlagen hat, entweder schon existieren oder nicht umsetzbar sind. Rein rechtlich. „Wir müssen unsere Anstrengungen deutlich erhöhen“, sagte Betz, die Gemeinde engagiere sich nicht ausreichend. Man müsse Pädagogen mit Lohnzuschüssen locken, ihnen Wohnungen zur Verfügung stellen, bei Personalagenturen die Trommel rühren.

Weiterer Antrag für Imagefilme zugestimmt

Holger Ptacek von der SPD hatte sich der Initiative von Betz angeschlossen und zum Thema einen eigenen Antrag gestellt. Der wiederum sah vor, Gelder lockerzumachen, um Imagefilme zu drehen und eine eigene Webseite zu erstellen, die potenzielle Bewerber über alles informiert. Sie sollen von einer Agentur erstellt und zielgruppengerecht präsentiert werden. „Heute müssen sich bei Bewerbungsgesprächen die Arbeitgeber gut darstellen – und nicht die Arbeitnehmer“. meinte Ptacek, Sein Antrag ging durch, 30 000 Euro wurden bereitgestellt für die Werbekampagne in eigener Sache.

Möglichkeiten sind begrenzt

Kämmerer André Schneider erläuterte in der Sitzung dann, warum es nicht so einfach ist, auf sich aufmerksam zu machen in dem Bereich. „Was wir machen können, ist begrenzt und fast in voller Breite abgedeckt“, sagte er. Denn die ganzen Betreuungseinrichtungen werden von Trägern geführt, nicht von der Kommune. Letztlich seien vor allem Hortplätze vor Ort Mangelware, hier stehen 34 Kinder auf der Warteliste. Drei kommen Stand heute in der Krippe nicht unter.

Gemeinde zahlt Trägern mehr als sie muss

Einrichtungen sind genügend vorhanden, um alle Kinder aufzunehmen, es fehlen dort „nur“ die Leute. Die Gemeinde zahlt den Trägern schon jetzt mehr, als sie ihnen zahlen muss, auch die Arbeitsmarktzulage (150 Euro) bekommen die Pädagogen. Nicht alle Arbeitgeber zahlen ihnen die München-Zulage, die sich Arbeitgeber und Kommune teilen, dazu könne man sie, sagte Schneider, auch nicht zwingen. „Die regeln das einheitlich für alle ihre Einrichtungen und dürfen dann für Pullach keine Ausnahme machen.“ Wohnungen würden den Trägern auch angeboten und über die Träger dann vermittelt. Er kam zu dem Ergebnis: „Pullach kann nicht alle Probleme mit Geld lösen.“

Grüne: Bundesweites Problem kann man nicht auf kommunaler Ebene lösen

Reinhard Vennekold, FDP, schlug vor, man könne Erzieher, die selbst Kinder haben, kostenlose Betreuungsplätze anbieten. Fabian Müller-Klug von den Grünen wandte ein, hier werde ein Problem, „das eine bundesweite Lösung braucht, auf kommunaler Ebene zu lösen versucht“. Alexander Betz war am Ende dennoch enttäuscht, die Abstimmung ging mit elf zu acht Stimmen aus. Er sagte: „Meiner Ansicht nach ist trotzdem Luft nach oben.“ Die Behauptungen der Gemeinde seien falsch.  

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