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Stoßen auf den Sieg an: Andreas Most (l.) von der CSU und Johannes Burges (FDP).

Bürgerentscheid zur Heilmannstrasse in Pullach

Klare Mehrheit für Sozialwohnungen

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Dem Bau von gut 20 Sozialwohnungen in der Pullacher Heilmannstraße steht jetzt nichts mehr im Weg. Der Bürgerentscheid am Sonntag, angestoßen von Gegnern des Projekts und der WiP, brachte eine klare Mehrheit für das von einer breiten Koalition getragene Vorhaben.

Pullach – Genau 2354 Pullacher haben für das Ratsbegehren und damit die Sozialwohnungen gestimmt, 1196 Bürger dagegen. Während das Bürgerbegehren, das das gemeindeeigene Grundstück an der Heilmannstraße lieber als „Vorratsfläche“ behalten hätte, 1519 Stimmen verbuchen konnte, hier sprachen sich 1953 Pullacher dagegen aus. Auch eine Stichfrage hatte beantwortet werden müssen, die klären sollte, welche der beiden Ansichten man vertrete, falls Bürger- und Ratsbegehren Mehrheiten bekommen hätten – hier hat die Koalition aus CSU, FDP, Grünen und SPD für das Projekt 2336 Stimmen bekommen – und damit 60,9 Prozent.

Gefasste Verlierer: Christine Salfer (l.) mit Gemeinderat Reinhard Vennekold und der Zweiten Bürgermeisterin Cornelia Zechmeister (beide WiP).

Damit sind Wochen der Anspannung in der Isartalgemeinde, die nicht weniger geworden war nach dem überraschenden Tod von Odilo Helmerich, dem Mann von Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne), vorüber. Im Rathaus war am Sonntag, bis das Wahlergebnis um 19.55 Uhr endlich bekannt war, diese Spannung noch fast mit Händen zu greifen gewesen. Vertreter aller Parteien hatten sich eingefunden, außerdem einige interessierte Bürger. Noch um 19.20 Uhr, als schon drei Stimmbezirke ausgezählt waren und das Ratsbegehren recht klar vorn lag, hatte Fabian Müller-Klug von den Grünen gemeint: „Ich bin mir noch immer nicht sicher. Das Ganze ist einfach nicht einschätzbar.“ Alex Betz, FDP, Dritter Bürgermeister, äußerte sich da schon zuversichtlicher. Er meinte um die Zeit herum bereits: „Im Frühjahr können die Bagger kommen.“

Derweil hatte die WiP, die nach der allerersten Auszählung durchaus noch hoffen hatte können, sich durchzusetzen, weil im ersten Stimmbezirk ihr Bürgerbegehren 92 Ja-Stimmen und nur 93 Nein-Stimmen bekommen hatte, sich trotzdem keinen großen Illusionen hingegeben. Cornelia Zechmeister, Zweite Bürgermeisterin, meinte da schon: „Ich gehe schon davon aus, dass der Bürger sich für das Haus entschieden hat.“ Später, als genau das feststand, sagte sie: „Wir wollten die Meinung unserer Bürger wissen – und so wie die entschieden haben, wird es jetzt gemacht.“

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Susanna Tausendfreund kam an dem Abend gar nicht ins Rathaus. Dort wurde mit fortschreitendem Abend die Stimmung immer gelöster. Fabian Müller-Klug, Johannes Burges, FDP, und Andreas Most, CSU, standen beieinander und überlegten, wie sie sich bei den Wählern bedanken könnten. Müller-Klug meinte: „Ich bin froh, dass man doch noch eine Chance hatte, mit Fakten zu punkten.“ Auch Holger Ptacek von der SPD, der mit seinem Fraktionskollegen Arnulf Mallach beieinander stand, gab zu Protokoll: „Ich hoffe, dass es jetzt wirklich vorbei ist. Und dass man wieder im Gemeinderat vernünftig arbeiten kann.“

Genau 393 Pullacher waren an diesem strahlenden, aber schneidend kalten Tag zum Wählen gegangen. Rund 3700 Bürger und Bürgerinnen hatten schon im Vorfeld per Briefwahl ihre Kreuzchen gemacht. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 57,7 Prozent – und doch deutlich unter der bei der letzten Bundestagswahl, die rund 80 Prozent betragen hatte.

Lesen Sie hier unseren Liveticker vom Abend der Entscheidung.

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