Die Mittelschule Pullach.
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Zukunft ungewiss: Die Pullacher Mittelschule, die vielleicht ausgelagert wird nach Baierbrunn. Weil die Pullacher auf ihrem Gelände die Grundschule neu hochziehen wollen.

Schulsprengel-Wechsel

Klassen auseinander zu reißen ist keine gute Idee

  • vonAndrea Kästle
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Von den Plänen der Pullacher, die Mittelschule wo auch immer neu zu bauen, sind nicht alle umliegenden Gemeinden, deren Kinder dorthin gehen, begeistert. Selbst ein Schulsprengel-Wechsel ist im Gespräch.

VON ANDREA KÄSTLE

Pullach/Straßlach-Dingharting – Von den Plänen der Pullacher, die Mittelschule wo auch immer neu zu bauen, sind nicht alle umliegenden Gemeinden, deren Kinder dorthin gehen, begeistert. Die Straßlach-Dinghartinger haben beim Schulamt beantragt, dass sie in einen anderen Schulsprengel kommen – und die Buben und Mädchen aus der Gemeinde künftig in Oberhaching die Schule besuchen können. Was wiederum den Pullachern nicht gefällt: in der letzten Gemeinderatssitzung haben sie einstimmig beschlossen, in der Stellungnahme, um die sie vom Schulamt gebeten worden sind, klar zu formulieren: Die Idee, die die Straßlach-Dinghartinger da haben, ist keine gute.

Klassenverband würde zerrissen

Zuvorderst deshalb, weil es eben, wie mehrfach betont worden ist im Gremium, durchaus „negative klassenbildende Konsequenzen“ für die Pullacher haben wird, wenn Straßlach-Dingharting seine derzeit 20 Kinder abzieht. Ohne diese Buben und Mädchen sei die Zweizügigkeit der einzigen Mittelschule links der Isar in Gefahr, auch die schulinternen guten Angebote könnten auf Dauer leiden. Im übrigen, formulierte Andrea Lehner, die die Pullacher in Schulfragen berät, seien die Kinder beider Gemeinden „seit Jahrzehnten eng verbunden“. Gleichzeitig könne man davon ausgehen, dass die neue Mittelschule, wenn sie mal steht, vom Feinsten sein wird. „Der Neubau bietet den Schülern bestmögliche Lernbedingungen.“

Elternbeirat fürchtet zu große Klassen

Auch der Elternbeirat der Josef-Breher-Mittelschule fürchtet sich davor, dass ohne Straßlach-Dinghartinger Kinder nur noch eine Klasse pro Stufe zustande kommt – mit dann bis zu 32 Kindern. „Das ist in unseren Augen dann nur noch eine Aufbewahrung und hat nichts mehr mit angemessener Förderung zu tun.“

Auch wenn im Pullacher Gemeinderat natürlich allen daran liegt, dass die Mittelschule dort weiterhin bedeutend bleibt, brachte Kämmerer André Schneider auch Verständnis auf für die kleinen Nachbarn im Osten. Bei geschätzten Neubau-Kosten in Höhe von 50 Millionen Euro entfielen auf Straßlach etwa 4,5 Millionen. „Das ist natürlich eine Hausnummer für eine kleine Gemeinde.“ Aber auch in Oberhaching werde irgendwann der Zeitpunkt kommen, dass dort gebaut werden muss – dann würden die Straßlacher ja auch wieder zur Kasse gebeten.

Selbstkritik im Gemeinderat Pullach

Derweil wurde doch auch ein wenig Selbstkritik geübt. Michael Schönlein von der SPD meinte, die Gemeinde habe zu lange schon über ihre Schul-Projekte gesprochen, aber nichts beschlossen. „Wenn strategische Entscheidungen bei uns nicht stehen, dann verlassen uns unsere Partner. Das sollte uns eine Mahnung sein, wir müssen endlich zu Potte kommen.“

Was unterdessen Oberhaching für die vielleicht abtrünnigen Straßlach-Dinghartinger attraktiv macht, ist die Tatsache, dass dort gerade ein Schulcampus entsteht. Wenn der mal fertig ist, meinte Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei), könne man die Kinder seiner Gemeinde, die momentan noch in alle Richtungen ausschwirren, praktisch „bündeln“.

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