Wird demnächst saniert: der „Keuchi“, der von der Hochleite in Pullach runterführt an die Isar.
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Wird demnächst saniert: der „Keuchi“, der von der Hochleite in Pullach runterführt an die Isar.

Pullach investiert 1,1 Millionen Euro

Kleine Trasse mit großer Bedeutung wird saniert

  • vonAndrea Kästle
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Es gibt Projekte, die sehen wirklich nicht nach viel aus. Müssen aber gemacht werden. Und verschlingen am Ende einen Haufen Geld. Die Sanierung des Kalkofenberges in Pullach ist so ein Unterfangen, auf das die Gemeinde offenbar nicht verzichten kann.

Pullach – Der Kalkofenberg, genannt „Keuchi“, ist neben der Straße, die in die Wenz-Siedlung runterführt, die einzige Möglichkeit vor der Grünwalder Brücke, vom Ortszentrum mit dem Auto runterzukommen an die Isar. Dort unten, im sogenannten Bad Pullach, hat die Kommune erst einige Wohnungen genehmigt. Die Leute, die dort einziehen, müssen natürlich ihre Wohnungen auch anfahren können. Und auch die Feuerwehr würde gern die Strecke über den Kalkofenberg nutzen, wenn sie ihre Einbootstelle beim Höllriegelskreuther Kraftwerk erreichen will oder schnell zur Grünwalder Brücke kommen muss und die Schranken wieder mal zu sind.

Manche Gemeinderäte hätten lieber einen Wanderweg

Damit die Straße den Belastungen, denen sie also zwangsläufig ausgesetzt sein wird, standhält, sind umfangreiche Maßnahmen nötig. Unter anderem muss der Hang stabilisiert werden, die Straße selbst wird mit einer rückverankerten Winkelstützmauer gesichert. Die Gesamtmaßnahmen, schätzt die Verwaltung, summieren sich am Ende auf 1,1 Millionen Euro. Der WiP wäre lieber gewesen, man könnte sich all das sparen. Und den Weg einfach zurückbauen zu einem Wanderweg. Reinhard Vennekold meinte: „Lasst uns die Trasse renaturieren, das find ich sexy.“ Auch seine Fraktionskollegin Angelika Metz meinte: „Wir machen den Hang kaputt, ich frag mich, für was.“ Früher sei man hier Schlitten gefahren, das gefalle ihr besser. Am Ende stimmte aber nur Vennekold gegen die Sanierung.

Straße muss auch für 16-Tonner befahrbar sein

Denn um die kommt Pullach einfach nicht herum. Die Straße muss auch für 16-Tonner befahrbar sein, sonst kann die Feuerwehr sie nicht benutzen. „Schon eine Kehrmaschine hat acht Tonnen“, erklärte Bauamtsleiter Peter Kotzur dem Gremium. Ein Rückbau der Straße sei seiner Ansicht nach „nicht verantwortbar“, gleichzeitig werde man den Einsatz von Spritzbeton „minimieren“, soweit möglich. Ohnehin sei die Untere Naturschutzbehörde hier „extrem hinterher, dass wir nicht zu viel machen“. Auch Sebastian Westenthanner, CSU, der bei der Feuerwehr ist, hatte erklärt, wie wichtig die Route über den Kalkofenberg sei als Notstrecke, um in den Süden zu kommen. Genau das wurde dann auch beschlossen.

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