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Projekte vorerst nur auf dem Papier

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Von: Andrea Kästle

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Pläne vom neuen Jugendzentrum, die im Gemeinderat schon vorgestellt und mit Wohlwollen aufgenommen worden sind. 5,9 Millionen Euro will die Kommune dafür ausgeben. Architekt Tobias Janker würde den Neubau südwestlich an die gedrehte Skateranlage anschließen. 
Pläne vom neuen Jugendzentrum, die im Gemeinderat schon vorgestellt und mit Wohlwollen aufgenommen worden sind. 5,9 Millionen Euro will die Kommune dafür ausgeben. Architekt Tobias Janker würde den Neubau südwestlich an die gedrehte Skateranlage anschließen.  © Janker

Im Pullacher Gemeinderat wird im nächsten Jahr viel im Konjunktiv verhandelt werden. „2022“, sagt Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, „wird in vielen wichtigen Bereichen ein Planungsjahr“.

Pullach - Was auch immer die ehrgeizige Kommune vorhat, vom Schwimmbad über die neuen Schulen bis zum Jugendzentrum: Das alles wird in den nächsten zwölf Monaten bestenfalls auf dem Papier gebaut.

Schwimmbad

Bei manchen Projekten wird es ohnehin noch mehrere Jahre dauern, bis dann umgesetzt werden kann, was auf dem Papier entworfen wurde. In Sachen Schwimmbad, von dem ja immerhin schon feststeht, dass es auf dem alten Standort neu hochgezogen werden soll, meint Tausendfreund, „werden bis zum Baubeginn wohl noch drei Jahre vergehen“. Ein Architekten-Wettbewerb muss ausgeschrieben werden, dann muss sich das Gremium zwischen verschiedenen Varianten entscheiden. Und als allererstes muss sich der schwierig zusammengesetzte, nicht gerade entscheidungsfreudige Gemeinderat überhaupt klar werden darüber, was für ein Schwimmbad er eigentlich gerne hätte.

Schulen

Bezüglich der Schulen wurde 2021 dank einer Arbeitsgruppe wenigstens herausgearbeitet, dass die Grundschule auf dem Areal der Mittelschule neu gebaut werden soll. Ehe damit begonnen werden kann, braucht freilich die Josef-Breher-Schule ein neues Zuhause, das sie entweder in Baierbrunn oder auf einem Schulcampus zusammen mit dem Gymnasium bekommen kann. In den nächsten zwölf Monaten sollte die Kommune aber wenigstens die Planungen für die neue Grundschule weiter vorantreiben. „Damit können wir anfangen“, sagt Tausendfreund.

Das Gymnasium in Pullach erfährt vielleicht irgendwann eine Umnutzung. Errichtet worden ist das Gebäude von Werner Fauser, Architektur-Professor an der FH München.
Das Gymnasium in Pullach erfährt vielleicht irgendwann eine Umnutzung. Errichtet worden ist das Gebäude von Werner Fauser, Architektur-Professor an der FH München. © Andrea Kästle

Jugendzentrum

Das gewünschte Jugendfreizeitheim wiederum kann im Gremium „losgelöst von anderen Projekten“ angegangen werden. Wenn alles prima läuft, könnte der neue Treffpunkt für die Heranwachsenden, der sich an den umzugestaltenden Skaterpark anschmiegen wird, im Jahr 2022 bereits gebaut werden.

Geothermie, Glasfaser

Auch ansonsten steht einiges auf der Agenda der Gemeinde. Das Geothermie-Projekt, das die IEP zusammen mit der Stadt München auf Baierbrunner Flur plant, muss weiter vorbereitet werden. Im Bebauungsplanverfahren, das Areal des Chemieunternehmens United Initiators betreffend, steht dann der nächste Schritt an im Frühjahr. Und auch eine Entscheidung darüber, wie die Gemeinde eine Glasfaser-Versorgung im Ort erreichen will, ist zu treffen. „Gegebenenfalls werden wir die nächsten Ausbauschritte als Gemeinde selbst vornehmen“, sagt Tausendfreund.

Wünscht sich, dass Pullach eine Vorzeige-Kommune wird: Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund.
Wünscht sich, dass Pullach eine Vorzeige-Kommune wird: Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund. © Andrea Kästle

Weitere Projekte

Desweiteren soll auch noch ein Familien- und Seniorenzentrum entstehen irgendwo in der Gemeinde, soll das Sportheim saniert, die Fahrradfreundlichkeit der Kommune weiter erhöht werden. „Der neue Gemeinderat“, sagt die Rathauschefin, „musste sich erst finden“. Sie wünsche sich für dieses Jahr, „dass wir notwendige Entscheidungen in Ruhe und Gelassenheit treffen“. Auf Schlagzeilen, in denen von Streit und Auseinandersetzungen im Gremium die Rede ist, würde sie, sagt Susanna Tausendfreund, gern verzichten. Ihre Vision für das Pullach der Zukunft? „Ich wünsche mir, dass Pullach eine Vorzeige-Kommune wird, was Nachhaltigkeit angeht, die Infrastruktur vor der Haustür und das soziale Miteinander.“

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