+
Die Grünen setzen bei der Kommunalwahl auf Susanna Tausendfreund (r.): die Pullacher Ortsverbandsvorsitzenden Renate Grasse und Lutz Schonert (2.v.l.) sowie Schriftführer Fabian Müller-Klug.

Grüne in Pullach

Kommunalwahl: Tausendfreund macht‘s noch mal

  • VonAndrea Kästle
    schließen

Susanna Tausendfreund (Grüne) möchte weiter Bürgermeisterin in Pullach bleiben. Bei der Kommunalwahl im März 2020 tritt sie erneut an. Das ist ihre Strategie.

Pullach – Wenn die Pullacher das wollen, können sie im nächsten Frühjahr ihre Bürgermeisterin wiederwählen. Susanna Tausendfreund (Grüne) wurde jetzt vom Ortsverband einstimmig nominiert. „Ich kandidiere wieder sehr sehr gerne“, sagte sie.

Gleichzeitig wurden auch die Vorstandsmitglieder der Pullacher Grünen in ihren Ämtern bestätigt, neu hinzu gekommen ist die Gemeinderätin Renate Grasse, die künftig mit Lutz Schonert gemeinsam eine Doppelspitze bildet.

Viel Kraft und Nerven, aber die Freude überwiegt

Der Job als Rathauschefin, sagte Tausendfreund, koste mitunter schon auch „viel Kraft und Nerven“, aber: „Die Freude überwiegt.“ Die Zusammensetzung des Gemeinderats sei nicht einfach, sagte sie weiter, „man muss sich seine Mehrheiten suchen, was mich zur dauernden Moderatorin macht“. Ziel bei der Wahl sei es auch deshalb, zusätzliche Sitze zu erringen, „fünf bis sechs“ gab Christoph Nadler vor, Landratskandidat aus Taufkirchen, der zur Aufstellungsversammlung rübergekommen war ins Isartal. „Ich dachte eher an sieben bis acht“, meinte daraufhin Tausendfreund und lachte. Man müsse, darüber war man sich einig, den Rückenwind nutzen, den die Grünen derzeit bundesweit haben.

Die Bürgermeisterin, sichtlich im Reinen mit sich, der Partei und Pullach, hielt für die 17 Anwesenden kurz Rückschau auf das in den letzten fünf Jahren Geleistete. In manchen Dingen, meinte sie, habe man „zwei Schritte vor, drei zurück“ gemacht, etwa beim Schwimmbad, für das ja schon Planungen auf der Kuhwiese am Laufen waren, als der Gemeinderat den Standort kurzerhand wieder cancelte.

Rückschau auf das Geleistete in Pullach

Erreicht wurde aber, so der Tenor, doch Beachtliches. „Pullach ist eine weltoffene, umweltbewusste, kulturelle und auch geschichtsbewusste Gemeinde“, fasste Tausendfreund die Sachlage zusammen. Ein Ortsentwicklungsplan, ausgearbeitet unter Miteinbeziehung der Bürger, hat Ideen für eine zweite Ortsmitte rund um den Bahnhof hervorgebracht, das Bahnhofsgebäude selbst würde die Rathauschefin gern einer kulturellen Nutzung zuführen. Ein Jugendzentrum neben der Skateranlage wird von ihr ebenso angestrebt, eine Jungbürgerversammlung hat sie wieder eingeführt, inzwischen gibt es auch wieder ein Jugendparlament. Ferner wurden: der soziale Wohnungsbau vorangetrieben in Form von zwei Neubauten, ein Parcours für ältere Leute eröffnet, der Friedhof um- und angebaut, Pläne für Aus- und Umbau der drei Schulen am Ort entwickelt. Wobei Tausendfreund am besten fände, die Mittelschule könne umziehen nach Baierbrunn, „das wäre eine wunderbare Lösung.“

Tausendfreund will für unkomplizierte Problemlösungen stehen

Grasflächen am linken Isarhochufer werden sich in Pullach demnächst in „blühende Wiesen“ verwandeln, die Geothermie soll noch intensiver genutzt werden. Sie habe weitere Bände der Pullacher Schriftenreihe angeleiert, auch die Gedenkstätte auf der Hochleite solle noch umgestaltet werden. Susanna Tausendfreund sagte: „Ich stehe für schnelle unkomplizierte Problemlösungen, für Offenheit gegenüber den Bürgerinnen und Bürger.“ Ganz wichtig sei eine gute Öffentlichkeitsarbeit, „Informationen müssen einfach fließen“. Manchmal sei „alles“ jedoch „ein bisschen viel“, weshalb sich nun auch Pullach demnächst wieder einen Geschäftsleiter/eine Geschäftsleiterin leisten wird.

Zufriedene Gesichter rundherum. Fabian Müller-Klug, Gemeinderat und kurz drauf bestätigt in seiner Funktion als Schriftleiter, meinte, er sei doch beeindruckt von der „Fülle“ der angepackten Themen. Zudem bewundere er, wie gelassen Tausendfreund auch bei turbulenteren Sitzungen jeweils bleibe.

Lesen Sie auch: 

Weil der Fahrdienstleiter zusammengebrochen war, standen zwischen Großhesselohe und Ebenhausen die Züge still. In Pullach öffneten sich über eine Stunde lange die Schranken nicht. 

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Auch interessant

Kommentare