Luftaufnahme vom Veranstaltungsort (rechts auf dem Bild): Die Biergartengarnituren sind nach den aktuellen Regeln in Reih und Glied und mit Abstand ausgerichtet. 
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Luftaufnahme vom Veranstaltungsort (rechts auf dem Bild): Die Biergartengarnituren sind nach den aktuellen Regeln in Reih und Glied und mit Abstand ausgerichtet. 

Künstler und Publikum genießen Rückkehr zur Normalität

Kulturfest im Pullacher Freizeitbad: „Endlich mal wieder leben und tanzen“

  • Beatrix Dargel
    VonBeatrix Dargel
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Nach der Coronapause gab‘s endlich mal wieder Kulturelles bei „Auftauchen in Pullach“ - Künstler und Publikum freuten sich gleichermaßen.

Pullach – Eine rot-weiße Kunststoffkette trennt die Liegewiese des Pullacher Freizeitbads in zwei Bereiche. Auf der einen Seite Badetücher und Wasserbälle. Auf der anderen eine Bühne und in der Sonne blitzende Instrumente. Hier präsentierte der Verein Pullach aktiv mit „Auftauchen in Pullach“ das erste größere Fest nach der langen Pause.

„Hurra, wir haben Corona überstanden“, so sagen es die Veranstalter Martin Wiegele, Andreas Most und Holger Ptacek. Die Idee zur Freiluftveranstaltung auf der Liegewiese im Schwimmbad hatte Martin Wiegele. „Wenn über einen längeren Zeitraum keine Auftrittsmöglichkeiten bestehen, dann ist die Gefahr groß, dass die Gruppen zerfallen, gerade im Amateurbereich.“ Also plante der Verein ein „echtes“ Event, auf das die vielfältigen Gruppen und Ensembles aus Pullach „hinproben“ konnten.

Mit 15 Jahren schon ein Zauberlehrling

Auch Harold Voit von der Zauberzentrale stimmt ein: „Seit 14 Monaten ist alles auf Eis gelegt.“ In den nächsten Wochen steht die Prüfung für die „Zauberlehrlinge“ an. Nur hatten sie keine Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten – in diesen besonderen Genuss kamen jetzt die Zuschauer: Wann kommt schon mal ein Zauberer an den Tisch und zaubert nur für diesen kleinen Kreis? Wie der jüngste der Zauberlehrlinge, Florian Weller (15) aus Gauting. Für ihn ist Zaubern und Klavierspielen ein Ausgleich zur Schule. Beides erfordert Fingerfertigkeit. „Mir gefällt es besonders, die Leute zu unterhalten und zu verzaubern.“

„Leben und tanzen“: Birgit (59) und Günther (65) genießen den Sommer bei „Auftauchen in Pullach“.

Endlich Sommer, endlich wieder Kultur – so lange vermisst, von vielen. Die Organisation für das zweitägige Fest stand vor einigen Herausforderungen. Natürlich das Hygienekonzept. Die Lage änderte sich ständig und damit auch die Anforderungen: Im Laufe der kurzen Vorbereitungszeit wurden die Auflagen dreimal aktualisiert.

Die Band „Linde Sound Machine“ musste im Parkhaus proben

An einem der Biergartentische sitzen in lockerer Runde einige Musiker von „Linde Sound Machine“. Gleich steht ihr Auftritt bevor, den alle sehnlichst seit Monaten erwartet haben. Da Proben wegen der Pandemie in geschlossenen Räumen nicht möglich waren, hatten sie einen eher ungewöhnlichen Probenraum, im fünften Stock eines Parkhauses im Firmengelände an der B 11, bestens durchlüftet. So gut, dass manchmal die Notenblätter von den Notenständern flatterten. Jetzt kommt Bewegung in die Runde der Musiker. Sie nehmen ihre Instrumente und streben in Richtung Bühne. Wenig später ist der erste Bigband-Sound zu hören, richtig live und nicht am Bildschirm. Ein Pärchen aus Pullach wippt erst mit den Füßen, und dann hält sie nichts mehr an ihrem Platz. Sie tanzen auf der Wiese, sie barfuß, zur Musik. Birgit (59) und Günther (65) haben sichtlich Spaß dabei, sie sagt: „Endlich mal wieder leben und tanzen!“ Beide tanzen in ihrer Freizeit Standard und Latein, dann eher mit Tanzschuhen. Manchmal ist das Tanzparkett eben die Liegewiese vom Schwimmbad.

Für beschwingte Atmosphäre sorgen Bands wie hier die „Brass & Woodwind Company“.

Das Interesse an Auftrittsmöglichkeiten bei „Auftauchen in Pullach“ war natürlich groß. Der Verein hat sich bewusst für heimische Künstler entschieden, für Musik, Theater, Chor, Lesung und Zauberkunst. Alle sollten einen Bezug zu Pullach haben. Dass der erste Block der swingigen Musik viel zu schnell zu Ende ist, weil die Auflagen Desinfektionspausen zwischen den einzelnen Bands erfordern: Die Zuschauer tragen es mit Fassung.

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