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Die Feuerwehr Taufkirchen räumt einen Baum von der Fahrbahn der Staatsstraße 2573. 

Wintereinbruch

Schnee-Chaos: Feuerwehr im Dauereinsatz

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    Patricia Kania
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Der heftige Schneefall hat die Feuerwehren im Landkreis seit Samstagnacht stark gefordert. 

Landkreis - Rund 60 Mal mussten die Einsatzkräfte seit Samstagabend ausrücken. In fast allen Fällen waren es umgestürzte Bäume, die unter der Schwerlast des Schnees eingeknickt waren und Straßen blockierten. Besonders der Süden des Landkreises war betroffen. Dreimal etwa musste die Feuerwehr Pullach im Laufe der Nacht ausrücken. Unter anderem hat ein umgestürzter Baum die Zufahrt zum Gewerbepark am Kraftwerk blockiert. Mit der Kettensäge zerteilten die Einsatzkräfte den Baum und räumten die Straße wieder frei. Die Taufkirchner Feuerwehr musste am späten Samstagabend einen Baum von Staatsstraße 2573 entfernen, der quer auf die Fahrbahn gestürzt war. 

Die Feuerwehr Pullach zersägt einen umgestürzten Baum, der die Zufahrt zum Gewerbepark blockiert hat. 

Besonders gefordert waren auch die Feuerwehren in Arget und Sauerlach. Sauerlachs Kommandant Michael Guggemoos und zehn seiner Kameraden rückten sieben Mal aus. Die Verbindungsstraße zwischen Arget und Altkirchen musste komplett gesperrt werden, weil hier gleich mehrere Bäume auf die Fahrbahn gekracht waren. „Die werden wir im Laufe des Sonntags von der Straße entfernen“, sagt Kommandant Guggemoos. Er warnt davor, aktuell Waldwege zu befahren oder Spaziergänge durch baum- und waldreiche Gebiete zu unternehmen. „Die Gefahr ist einfach groß, dass ein Ast plötzlich herunter bricht.“ 

Kleinunfälle ohne Verletzte

Zu größeren Unfällen aufgrund von Schneeglätte kam es glücklicherweise nicht im Landkreis. Die Polizeiinspektionen berichten von vielen kleinen Unfällen, sei es ein Auto, dass gegen einen Ampelmast gerutscht war oder im Graben gelandet ist. In Unterföhring etwa sind am Samstag innerhalb einer Stunde zwischen 12 und 13 Uhr auf der M3 drei Autofahrer von der Straße in den Graben gerutscht. Verletzt wurde niemand. Auf schneebedeckter Fahrbahn wollte ein 29-jähriger Leipziger am Freitag in Brunnthal um 7.20 Uhr von der Staatsstraße 2070 auf die Autobahn A8 abbiegen. Er rutschte laut Polizei auf den Pkw eines 49-jährigen Bielefelders. Schaden: 1100 Euro. Einen Tag später gegen 16 Uhr hatte ein 24-jähriger Brunnthaler sein Tempo nicht den Begebenheiten angepasst. Er fuhr mit seinem Seat auf der Ludwig-Bölkow-Allee eine Straßenlaterne um. Schaden: 1200 Euro. Auch hier kamen alle Beteiligten ohne Verletzungen davon. 

Beim Fahrspurwechsel war der Fahrer dieses Fords auf der A8 bei Neubiberg ins Schleudern geraten.

Ebenfalls bei Schneeglätte fuhr ein 60-jähriger Münchner am Samstag gegen 19.30 Uhr auf der Autobahn A 8 in Richtung München. Er wollte kurz hinter der Autobahnausfahrt Neubiberg von der mittleren auf die linke Fahrspur wechseln und kam dabei ins Schleudern. Er touchierte laut Polizei zunächst einen Omnibus mit 45 Fahrgästen, den ein 39-jähriger Pilsacher steuerte. Danach krachte sein Ford Mondeo gegen die Mittelleitplanke. Die Feuerwehr Unterhaching rückte mit 23 Mann aus, riegelte die Fahrbahn ab und reinigte sie. Der Sachschaden an den Fahrzeugen beträgt 6000 Euro. Verletzt wurde auch hier niemand.

S 7 blockiert: Endstation Ebenhausen

Wegen eines umgestürzten Baums im Gleis zwischen Ebenhausen und Icking endete die S7 am Sonntagmorgen ab 7 Uhr  in Ebenhausen. Die Bahn hatte einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Doch die konnten bis 12 Uhr nicht fahren, weil die Bundesstraße B11 streckenweise durch Schneemassen blockiert gewesen ist. Rund zehn Autos sind auf der Wolfraushauser Straße zwischen Ebenhausen und der Landkreisgrenze im Schnee steckengeblieben. Darunter auch ein Schienenersatz-Bus der Bahn. Die Feuerwehr Ebenhausen rückte aus und zog die Karossen heraus. Das Ersatzfahrzeug mit Insassen mussten die Feuerwehrleute frei schaufeln.  Anschließend bahnte sich das Räumfahrzeug den Weg durch die stark verschneite Strecke. Der Abschnitt der Wolfratshauser Straße wurde anschließend wieder freigegeben. Wie der Kommandant der Ebenhauser Wehr, Andreas Noel, berichtet, schneite es in diesem Abschnitt in Nähe der S-Bahnstrecke besonders viel. Ein Teil der Fahrgäste machte sich seines Wissens nach wieder auf den Weg in Richtung S-Bahn, der andere stieg in Autos um. Während des Feuerwehreinsatzes wurden die Ehrenamtlichen zu vier weiteren Einsätzen gerufen: zu umgestürzten Bäumen auf den Straßen im Einsatzgebiet.

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