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Lebensretter für Pierre-André gesucht

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Das Lächeln täuscht: Der kleine Pierre-André ist todkrank – seine Eltern Andreas und Sabrina Böhm suchen dringend einen Stammzellenspender. © mcf

Pullach - Der kleine Pierre-André aus Schäftlarn, zehn Monate alt, hat einen lebensbedrohlichen Gendefekt. Seine Eltern sowie Unterstützer aus Schäftlarn und Pullach setzen jetzt alles daran, einen Stammzellenspender zu finden.

Pierre-André kann Herzen im Sturm erobern. Der kleine Mann mit dem Trachtenhut, den er von seinem Papa bekommen hat, lacht, nuckelt an einer Breze herum, zieht sich an der Armlehne von Mamas Stuhl nach oben. Doch so fröhlich er einen macht, so traurig ist seine Geschichte. Denn der zehn Monate alte Bub aus Schäftlarn leidet am „Wiskott-Aldrich-Syndrom“, einem lebensbedrohlichen Gendefekt.

„Die Diagnose war ein Schlag“, sagt Vater Andreas Böhm. Im Sommer entdeckten Ärzte den seltenen Gendefekt. Seither dreht sich im Leben des Buben viel um Arztbesuche und Therapien. Medikamente und Infusionen gehören zu seinem Alltag. Pierre-André fehlt ein Protein, das für die Immunabwehr nötig ist: Sein Immunsystem funktioniert nicht – er fängt sich leicht Infektionen ein, sein Blut gerinnt nicht richtig, und die Wahrscheinlichkeit, dass er an einem Tumor erkrankt, ist hoch und nimmt ab dem zweiten Lebensjahr weiter zu.

Der Kleine braucht deshalb so schnell wie möglich eine Stammzellenspende. Zunächst hofften die Eltern, die zwölf und neun Jahre alten Schwestern des Buben oder sein fünfjähriger Bruder könnten helfen. „Die Kinder haben sich schon gestritten, wer Pierre-Andrés Leben retten darf“, erzählt Andreas Böhm. Doch dann die Ernüchterung: Keines der Geschwister kommt als Spender in Frage, obwohl die Wahrscheinlichkeit bei nahen Verwandten am höchsten ist. „Es ist wie Lotto spielen“, sagt Mama Sabrina Böhm.

Doch aufgeben gibt’s nicht: Gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und der Pullacher Gemeinderätin Cornelia Zechmeister, die die Familie aus dem Renaissance-Tanzkreis kennt, stellen die Eltern eine Registrierungsaktion auf die Beine (vgl Artikel rechts). Pullachs Bürgermeister Jürgen Westenthanner und sein Schäftlarner Kollege Matthias Ruhdorfer haben die Schirmherrschaft übernommen. Am Sonntag vor Weihnachten wollen sie einen Lebensretter für Pierre-André finden. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto größer ist die Chance, dass ein genetischer Zwilling für den Bub oder einen anderen schwerkranken Menschen gefunden wird. „Eine Typisierung ist kein Hexenwerk“, wirbt Yvonne Renz von der DKMS. Den Freiwilligen würden lediglich fünf Milliliter Blut abgenommen. „Das ist gerade ein mal Teelöffel.“ Nach ungefähr zehn Minuten sei die Typisierung abgeschlossen. „Danach ist man fit genug, um noch joggen zu gehen“, verspricht Cornelia Zechmeister.

Pierre-André kaut derweil auf seiner Gummigiraffe herum. „Daran sieht man gleich, dass er ein halb französisches Kind ist“, sagt Sabrina Böhm, die aus Frankreich stammt. Die Eltern lächeln den Kleinen an. Pierre-André grinst zurück. „Noch überwiegt die Hoffnung“, sagt der Papa.

Von Marie-Christine Fischer

Wie kann ich helfen?

Mit einer Typisierung:  Die Typisierungsaktion für Pierre-André findet am Sonntag, 22. Dezember, zwischen 10 und 16 Uhr an der Josef-Breher-Mittelschule in Pullach, Kagerbauerstraße 7, statt. Für die DKMS registrieren lassen können sich alle Menschen zwischen 17 und 55 Jahren, die mindestens 50 Kilo wiegen, deren Body-Mass-Index 40 nicht übersteigt und die keine chronischen Krankheiten oder Tumore haben.

Mit einer Kuchenspende oder als Typisierungshelfer:  Cornelia Zechmeister sucht Freiwillige, die für ein Büffet am 22. Dezember einen Kuchen backen und die bei Aufbau, Blutabnahme et cetera helfen. Kontakt: conny_zechmeister@yahoo.de

Mit einer Geldspende:  Die Laboranalyse jeder Typisierung kostet die DKMS eigenen Angaben zufolge rund 50 Euro. Sie ist deshalb auf Spenden angewiesen: Spendenkonto 27 22 24 70 bei der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, BLZ 702 501 50.

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