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Den "Highway to Hellas" beschreibt Moses Wolff in seinem Roman.

Moses Wolff liest in Pullach aus "Highway to Hellas"

Super-Spießer trifft griechische Lebensart

Pullach - Deutscher Super-Spießer trifft griechischen Bauchraushänger:  In "Highway to Hellas" beschreibt Moses Wolff die besondere Beziehung der Nationalitäten.

Ein Super-Spießer, Deutscher und Banker, Rollkofferbesitzer, Safarianzug-Träger. Dazu ein gelassener Grieche namens Panos, der unterm „Fuck Ibiza“-T-Shirt den Bauch raushängen lässt. 

Die beiden Helden des lustigen Romans „Highway to Hellas“, den Moses Wolff, Kabarettist und Autor, vor zwei Jahren, auf dem Höhepunkt des Griechen-Bashings in den Medien, geschrieben hat. Um die bestehenden Verhältnisse mal umzukehren. 

Jetzt las er daraus in der Pullacher Bücherei vor. Der griechische Abend wurde stilvoll begonnen mit Ouzo aus dem Plastik-Stamperl – und für manche endete er auch so. 

Wer Wolff länger zugehört hatte, auch als der offizielle Teil der Lesung längst vorbei war, der hätte am liebsten gleich die Koffer gepackt und die nächste griechische Insel angesteuert. Dorthin, wo sie wohnen, die Charakterköpfe, von denen nicht nur Wolffs Buch handelt, sondern die auch seine Freunde sind. 

Denn der vielseitige Künstler, der unter anderem auch bei den Schwabinger Schaumschlägern regelmäßig auftritt, fährt seit 1991 regelmäßig nach Ios. Kennt dort auch einen Panos, einen Supermarktbesitzer mit Bauchansatz, wie er in seinem Buche steht. Und bei dem sitzt er gern an einem Tisch „mitten im Laden und macht Witze“. Mit den anderen. „Alle fünf Minuten passiert was Wunderbares.“ 

So ist es auch im Roman. Wobei die Ereignisse für die Griechen eher lustig, für den Banker durchaus schmerzhaft sind. Ein Auto würde er gern mieten, um vor Ort seine Arbeit zu tun. Er wurde von der Bank ausgesandt, um zu prüfen, ob die Sicherheiten, die die Griechen angegeben haben für die erhaltenen Kredite, überhaupt vorhanden sind. 

Aber: Ein Leihwagen, teilt ihm Panos mit, sei nicht zu haben, statt dessen biete er ihm einen Esel an, „100 Prozent Bio“. Mit dem komme man auch voran. Wenn auch langsamer. 

Und so sahen vor ihrem geistigen Auge die rund 20 Zuhörer der Lesung den verkrampften Kontrollfetischisten, der von den Griechen nur das Schlechteste denkt, auf dem störrischen Vieh einsam durch die Schluchten gondeln, vom Navi in die entlegensten Winkel geschickt. 

Nur dass der Typ irgendwann aufweicht, die Griechen nicht mehr als Nullchecker betrachtet, sondern merkt, wie nett sie eigentlich zu ihm sind. Nach Hause zieht es ihn eh nicht mehr, dort hat Britta soeben mit ihm Schluss gemacht. Weshalb er kurz vor Schluss dem lässigen Panos einen Fünfziger leiht – und ihn dann unvermutet gleich wiederkriegt, schließlich schuldet jeder jedem was auf der Insel. Am Ende ist der Schein wieder beim Supermarkt-Besitzer angelangt, der das Geld dem Deutschen zurückgibt – samt einem Euro Zinsen. 

„Highway to Hellas“ ist auch verfilmt worden und kam, mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle, vergangenes Jahr in die Kinos. Der Film ist mittlerweile als DVD erhältlich und durchaus bewegend. Bücherei-Leiterin Evenline Petraschka gestand: Sie habe am Schluss weinen müssen. Auch in Griechenland läuft er demnächst an. Dort, wo Wolff so viel Spaß hat mit den Inselbewohnern, die sich trauen, so erzählte er, viel eigenwilliger zu sein als wir, soll die Geschichte auch noch in Buchform erscheinen. 

Übersetzt sind die 300 Seiten schon, aber sein Verleger, berichtete der Autor und lächelte dabei warmherzig und amüsiert zugleich, neige der Melancholie zu und schaffe es nicht, das Werk an die Druckerei zu schicken. Weil es zu teuer und zu schwierig sei.

Andrea Kästle

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