Ampel

Wer Grün will, muss drücken

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Pullach - Nachdem Eltern Sturm gelaufen sind, wird die  "intelligente Ampel" in Pullach zur Bedarfsampel.

Die Ampel an der Kreuzung Pater-Rupert-Mayer-/Richard-Wagner-Straße in Pullach wird eine Bedarfsampel. Die für die Fußgänger und Radler auf der Pater-Rupert-Mayer-Straße dann Grün anzeigt, wenn Grünlicht angefordert worden ist. Und die ansonsten ausgeschaltet bleibt. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

 Zur Alternative hätte gestanden, wofür Stefan Demmeler (WiP) sich stark gemacht hatte: das Verkehrszeichen, eine sogenannte „intelligente Ampel“, die theoretisch auf Bewegungen reagiert hat, in der Praxis aber nicht immer gut funktionierte und deshalb oft scheinbar grundlos auf Rot schaltete, noch einmal technisch zu überholen. „Wir sollten“, meinte er, „der Technik noch eine Chance geben.“ 

Das Gros des Gremiums wollte das allerdings nicht. Mit 14:7 Stimmen wurde für die Drücker-Ampel votiert. 

Die Ampel war damit zum dritten Mal Thema in den kommunalpolitischen Gremien. Ausgelöst hatte die Diskussionen ein Anwohner, der genau das vorgeschlagen hat, was jetzt beschlossen wurde: die Ampel zu reduzieren auf eine einfache Fußgängerampel. Woraufhin im Verkehrsausschuss beschlossen wurde, das Verkehrszeichen, bis alles geklärt ist, erst einmal sechs Monate außer Betrieb zu setzen. Was wiederum die Eltern der Gemeinde alarmierte, die Unterschriften sammelten und Mails an die Verwaltung schrieben (wir berichteten). Schließlich müssen sehr viele Kinder die nicht ungefährliche Richard-Wagner-Straße auf ihrem Schulweg überqueren. 

„Alle Verkehrsteilnehmer versuchen, diese Ampel auszutricksen“, sprach sich auch Andreas Most, CSU, dafür aus, auf die Zusatzfähigkeiten des intelligenten Verkehrszeichens, das die Gemeinde 2010 für 80 000 Euro angeschafft hat, schlicht zu verzichten. Er meinte gnadenlos: „Das Ding ist einfach Mist.“ Sein Fraktionskollege Patrick Schramm befand ebenfalls: „Es führt kein Weg daran vorbei, die Ampel zur Drückerampel zurückzubauen.“ 

Quer durch alle Fraktionen wurde diese Ansicht geteilt. Fabian Müller-Klug von den Grünen sagte: „Die Ampel, wie sie jetzt ist, halte ich auch nicht für sinnvoll. Es war leider eine verlorene Investition.“ Martin Eibeler, FDP, hatte auch schon gemeint: „Die Ampel ist technisch überkandidelt, wir müssen umrüsten.“ Von Holger Ptacek, SPD, stammte der dann schließlich angenommene Beschlussvorschlag, das Verkehrszeichen so schnell wie möglich in einfacher Form wieder in Betrieb zu nehmen. Was übrigens, wie die Verwaltung erläuterte, ohne großen Aufwand möglich ist.

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