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Flotter Auftritt: Weil Jubilarin Paula Köppl Paris so liebt, organisierte das Kursana Domizil für die Bewohner kurzfrsitig eine Cancan-Vorstellung.

Geburtstag

Paula Köppl (107) ist mit Charleston groß geworden

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Petticoats, Netzstrümpfe, Cancan und Charleston – mit fliegenden Röcken und Beinen schicken „Dixie’s Cancan Dancers“ die Bewohner im Kursana Domizil Pullach auf eine Zeitreise. „Wunderbar!“, ruft Paula Köppl, die Hauptperson des Tages. 107 Jahre ist sie alt geworden.

Pullach – Niemand in den Kursana-Häusern ist älter. „Ich habe immer so gerne getanzt“, sagt sie. Sie ist Paris-Liebhaberin, deshalb gab es ihr zu Ehren eine Cancan-Vorstellung. Silvia Plankl, Leiterin des Münchener Tanzensembles, ist gerührt. „Wir haben uns riesig auf den Auftritt bei Kursana gefreut“, sagt sie. „Wann hat man schon mal die Möglichkeit, für jemanden zu tanzen, der diese Musik in seiner Jugend erlebt hat.“ Als sie dann eine Clownin auf die Bühne schickt, lacht die „Alterspräsidentin“ übers ganze Gesicht. Eine große Clown-Puppe schmückt nämlich auch ihr Zimmer.

Viele Jahre lang radelte Paula Köppl früher jede Nacht eine respektable Strecke zum Pressehaus des Münchner Merkurund packte überall an, wo sie gerade gebraucht wurde. Das Murren ihres Ehemanns beantwortete sie mit den Worten: „Wenn ich nicht mehr arbeiten kann, will ich nicht mehr leben.“ Eine starke Persönlichkeit ist sie geblieben. Noch bis vor einem Jahr war sie aktiv im Heimrat. „Sie ist etwas ganz Besonderes“, sagt Direktor Vlado Bjelkanovic.

Mit 107 macht Paula Köppl die kleinen Dingen des Lebens zu etwas Besonderem: den täglichen Anruf ihres Sohnes aus Australien oder einen Frühlingstag im Garten. „Wenn mir die Sonne ins Gesicht scheint, bin ich glücklich und zufrieden“, sagt sie. Doch auch den Trubel der Tanzvorstellung mit allen an sie gerichteten Glück- und Fotowünschen meistert sie mit stoischer Ruhe und stetem Lächeln. Ihre Tochter Paula hält ihre Hand und sagt: „Hätte sie diese Gelassenheit nicht – sie wäre nie so alt geworden.“

Als die Pflegerinnen Paula Köppl endlich ihre wohlverdiente Ruhe geben wollen, fasst diese aus ihrem Rollstuhl heraus Vlado Bjelkanovic an den Händen und ruft: „Walzer habe ich auch immer gern getanzt!“ Und dann wiegt sie sich und den Direktor hin und her und stimmt vergnügt den Schneewalzer an.

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