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Der Gewerbepark Höllriegelskreuth wird für 2,57 Millionen saniert. 

Haushalt 2020

85 Millionen Euro auf der Bank: Pullachs Geldsorgen der anderen Art

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Das Konto ist prall gefüllt und trotzdem gibt es in Pullach Sorgen ums Geld. Den was rumliegt, wird von selber weniger.

Pullach – Die Gemeinde Pullach hat viel vor in den nächsten Jahren – und das Geld dafür liegt bereit. Bei der Verabschiedung des Haushalts fürs kommende Jahr wurde folglich im Gemeinderat gar nicht diskutiert, was alles auf der Ausgaben-Seite im Zahlenpapier vermerkt ist. Sondern eher moniert, dass bislang noch kein Projekt wirklich angegangen worden ist.

Angst vor dem Investitionsstau

Ende des Jahres werden sich auf der hohen Kante der Gemeinde satte 85 Millionen Euro angesammelt haben, wie Kämmerer André Schneider durchaus zufrieden erläuterte. Holger Ptacek von der SPD monierte aber eine Kehrseite. Das dicke Sparbuch zeuge auch von einem Investitionsstau. Es koste schließlich Geld, so viel Geld einfach herumliegen zu lassen. Renate Grasse von den Grünen mahnte an, dieses Geld sinnvoll zu investieren.

In Pullach ist es nicht lang her, da brauchte die Kommune bis Mitte des laufenden Jahres, um überhaupt einen Haushalt aufzustellen, den dann das Gremium in der ersten Runde auch noch durchfallen ließ. Inzwischen hat sich die Gemeinde mit dem lukrativen Gewerbegebiet im Süden unter Kämmerer Schneider zu einer Art Musterschülerin in Sachen Finanzmanagement gemausert, die vergangenes Jahr wie auch heuer die erste im Landkreis war, die ihren Haushalt unter Dach und Fach brachte.

Mit 113 Millionen Euro hantiert die Kommune demnach im kommenden Jahr. An Kreisumlage stehen 2020 wie wohl auch in den Folgejahren je knapp 30 Millionen an. „Es bleibt spannend“, sagte Schneider, als er sein Zahlenwerk erläuterte – mit Blick auf die nie ganz sicheren Gewerbesteuereinnahmen, aber auch, weil man nie wisse, was im Laufe eines Jahres an Projekten wirklich realisiert werden kann.

Teuer wird es bei den Schulen

Geplant hat Pullach jeweils rund 200 000 Euro für Grund- wie Mittelschule – für je rund 50 Millionen stehen dort Neubauten in der Debatte. 10 000 Euro fürs Gymnasium, das auch renoviert und erweitert gehört, 100 000 für ein neues Jugendheim, das schon beschlossen, aber noch nicht genauer geplant ist, 700 000 Euro fürs Schwimmbad. Der schon abgesegnete Neubau mit ungeklärtem Standort, schlägt sich erst 2023 mit den ersten fünf Millionen Euro im Haushalt nieder.

Den weitaus größten Betrag bekommt nächstes Jahr von der Gemeinde jedoch die IEP, die ihr Geothermie-Netz deutlich ausbauen will. Genau das war dann an dem Abend auch der einzige Punkt, zu dem kritische Anmerkungen kamen. Alex Betz von der FDP bemängelte, die Pläne und Vorhaben der Gemeindetochter würden nicht transparent genug kommuniziert. Die „kriegerische Haltung“ der Geothermie-Gesellschaft gegenüber, die Andreas Most, CSU-Rat und IEP-Aufsichtsratsvorsitzender, hinter seinen Ausführungen vermutete, teilte aber sonst niemand im Gremium. Dann ging der Haushalt mit einer Gegenstimme, nämlich der von Betz, durch.

Weitere größere Ausgaben

900 000 Euro, die wohl die Fertigstellung der Treppe runter an die Isar bei Höllriegelskreuth kosten dürfte, drei Millionen für die Sanierung von Straßen, erneute 920 000 Euro für verschiedene Maßnahmen am neuen Friedhof. Für die Sozialwohnungen in der Heilmannstraße 53/55, die vom Bund mit gut drei Millionen gefördert werden, liegen 4,2 Millionen Euro bereit, für die Sanierung des Gewerbeparks noch einmal 2,57 Millionen. Und für die Generalsanierung des Bürgerhauses 840 000 Euro.

Aus Pullach: Geothermie: Neue Bohrungen geplant - Wasser heißer als bei bisherigen Quellen

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