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„So wie wir das beurteilen können, ist die jetzige 11. Klasse kein würdiger Nachfolger für unseren Jahrgang“: die sehr ironische, lustig Abirede von Christina Schäfer und Sebastian Brandstetter.

Abiturfeier am Pater-Rupert-Mayer Gymnasium

„Gnadenlose Streber“ mit einem Augenzwinkern

Pullach – Musik und – neben anderen Ansprachen – eine sehr witzige Abirede gingen der Zeugnisverleihung an die Abiturienten im Pullacher Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium voraus. 42 junge Erwachsene haben dort heuer die Reifeprüfung abgelegt – und überdurchschnittlich gut abgeschnitten dabei. Fast die Hälfte der künftigen Ex-Schüler, 19 genau, geht mit einer eins vor dem Komma ins Leben.

Wie es sich für eine christliche Schule gehört, hatten die Feierlichkeiten am Freitag Nachmittag begonnen mit einem Gottesdienst. Dann versammelten sich die Absolventen fürs traditionelle Gruppenfoto vor dem alten Schultor. Traditionell war es unerträglich heiß. Auch im Saal im ersten Stock des Altbaus stand die Luft. Schulleiter Stefan Antoni bemühte in seiner Rede das bekannte Sokrates-Zitat, demzufolge die Jugend „keinen Respekt“ habe vor den Älteren und die Lehrer tyrannisieren würde. „Werden Sie uns retten?“ „Interessiert sich die Jugend für nichts?“: die Antworten des Direktors auf diese Fragen fielen jedenfalls so aus, dass man weiterhin gutgelaunt mit dem Programm herumwedelte – um ein bisschen Abkühlung zu erfahren. „Sie wissen, was gut und richtig ist“, sagte Antoni zu seinen Absolventen, er ermunterte sie: „Nutzen Sie Ihre Freiheit“ und wünschte ihnen „den besten Sommer, den Sie sich vorstellen können“.

 Den größten Applaus des Nachmittags bekamen allerdings dann Christina Schäfer und Sebastian Brandstetter für ihre Abirede. „Wir haben alles erreicht, was es zu erreichen gibt“, fing Brandstetter an, „das Schlimmste haben wir hinter uns“. Schon jetzt gehe ihm das „Gefühl von Unbehagen“ ab, wenn wieder mal ein „Volldepp“ verbreitet habe, man schreibe bestimmt in einem Fach eine Ex, auch das Triumphgefühl, „beim Tafeldienst den Abzieher erwischt zu haben“, werde ihm bald fehlen. In der Schule habe er unter anderem gelernt, „dass es oft besser ist, den Mund zu halten als seine Meinung zu äußern“ und dass man leider „nicht immer das lernen kann, was einen interessiert“. Sein Jahrgang bestehe aus „gnadenlosen Strebern“, er versprach dem Schulleiter: „Wenn alles nach Plan läuft, können wir trotz des demographischen Wandels eines Tages Ihre Rente zahlen.“ Christina Schäfer versetzte sich und die Gleichaltrigen auf einen imaginären Planeten – und überlegte, wer dort wohl was machen werde. Sie schloss mit einem Zitat von Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du wünschst für diese Welt.“ Von der Elternschaft ermunterte Jochen Herr die Abiturienten, den eigenen Weg zu finden – und, wie auch Steve Jobs schon sagte, nie das Leben eines anderen zu führen.

Andrea Kästle

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