Pullachs  Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund
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„Ich behandle meine Mitarbeiter immer fair“, sagt Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund über die Vorwürfe.

Führungsstil mit Donald Trump verglichen

„Eisiger Hauch des Stalinismus“: Heftige Vorwürfe gegen Pullacher Bürgermeisterin

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) aus Pullach sieht sich mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Ihr Führungsstil erinnere an Donald Trump oder gar Stalin.

  • Die Pullacher Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) muss derzeit harte Kritik hinnehmen.
  • Ehemalige Mitarbeiter werfen ihr psychische und physische Belastung vor.
  • Zuvor war sie bereits mehrfach wegen ihres Führungsstils kritisiert worden.

Pullach – Die Pullacher Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) musste viel wegstecken in den letzten Monaten. Im Sommer war sie von FDP-Gemeinderat Alexander Betz im „Isar-Anzeiger“, dem örtlichen Lokalblättchen, mit US-Präsident Donald Trump verglichen worden. Dann legte die Leiterin der Gemeindebücherei, Eveline Petraschka, nach und verglich den Führungsstil der Rathauschefin mit den Regimes in Nordkorea und der Sowjetunion. Jetzt haben ehemalige Mitarbeiter, teils Jahre, nachdem sie das Rathaus verlassen haben, ebenfalls einen Leserbrief geschrieben, in dem sie monieren, es habe in der Johann-Bader-Straße keine gute gedeihliche Zusammenarbeit gegeben.

Schwierig für Tausendfreund ist, dass sie sich gegen die Vorwürfe nicht wehren kann. Sie sagt: „Ich will und darf dazu keine Stellung nehmen, Personalangelegenheiten unterliegen der Vertraulichkeit“. Gleichzeitig betont sie, dass sie ihre Mitarbeiter „immer fair“ behandle, jeder könne ins Rathaus kommen und sich von der guten Stimmung dort selbst überzeugen. Nicht umsonst arbeite auch die Verwaltung so gut, ihr Team sei ,„kompetent und zupackend“.

Pullach: Bürgermeisterin Tausendfreund heftig kritisiert - Vorwürfe der Ex-Mitarbeiter

Unterzeichnet haben den Leserbrief, der auch an den Münchner Merkur geschickt worden ist, Claudia Bergmüller, Gudrun Koschier, Christa Greiner und Susanne Flügel, sie würden, schreiben sie, für „viele Ehemalige, mindestens zehn Leute“ sprechen. Sie hätten ihre sicheren Jobs in der Johann-Bader-Straße am linken Isarhochufer wegen „teils dramatischer Geschehnisse“ aufgegeben. Sie könnten und dürften nicht ins Detail gehen, hätten sich jedoch „hilflos“ gefühlt gegenüber Tausendfreund, deren Führungsstil immer als „kooperativ“ bezeichnet werde, dies aber nicht sei. Manche von ihnen hätten „massive psychische und physische Belastungen“ aushalten müssen und „langjährige Therapien“ gebraucht. Nicht umsonst sei der Personalrat 2017 geschlossen zurückgetreten.

Bürgermeisterin Tausendfreund aus Pullach: Probleme mit dem Personalrat

Pullach und sein Personalrat wiederum – das ist eine ganz eigene Geschichte. Tausendfreund hatte, als sie 2014 antrat, das Gremium ihres Vorgängers übernommen, es gab „überhaupt keine Probleme“. Die begannen, als Mitte 2016 Christine Eisenmann, damals noch zweite Leiterin der Bautechnik, die später für die CSU die Bürgermeisterin bei den Wahlen herausforderte, Vorsitzende der Personalvertretung wurde. Dass das Gremium geschlossen zurücktrat, wird von vielen Rathaus-Mitarbeitern als „taktisches Manöver“ bewertet.

Bürgermeisterin Tausendfreund: Personalratsvorsitzende spricht von „eisigem Hauch des Stalinismus“

Einen wirklich funktionierenden Personalrat hat Pullach seither nicht mehr gehabt. An den Neuwahlen im Februar 2018 beteiligten sich nur 70 von 114 Kollegen, und von diesen 70 votierten dann 37 für Büchereileiterin Petraschka. Die jedoch, wie später klar wurde, ihre Aufgaben nicht vollumfänglich wahrnahm, zu wenig Personalversammlungen abhielt, weshalb schon diesen Sommer die Belegschaft ihre Abwahl forderte. Im Oktober trat dann auch noch das einzige weitere Mitglied des Personalrats, ihr Stellvertreter Bodo Haak, zurück. Nächstes Frühjahr stehen nun wieder Neuwahlen an.

Im letzten „Isar-Anzeiger“ hatte Alexander Betz nun seinerseits Partei für Petraschka ergriffen. Er schrieb, der Bücherei-Leiterin, die im Sommer verlauten hatte lassen, sie spüre in Pullach „den eisigen Hauch des Stalinismus“, würde nun im Rathaus das Leben schwer gemacht. Sie würde „finanziell und seelisch“ zermürbt. Susanna Tausendfreund sagt, sie könne nicht verstehen, warum „meines Erachtens längst ausgeräumte Konflikte“ jetzt wieder hochgekocht würden.

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