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Analoges Lernen im Pullacher Gymnasium. Dort wird, wenn alles gut läuft, ab dem kommenden Frühjahr digitaler Unterricht stattfinden können.

Investition in die Zukunft

Drei Schulen - 1,5 Millionen Euro: Pullach digitalisiert

  • vonAndrea Kästle
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Wlan, Whiteboards und reichlich Kabel und Computer: Die Gemeinde Pullach nimmt für das digitale Lernen an ihren drei Schulen einen Batzen Geld in die Hand

Pullach– Die Pullacher wissen zwar nicht, ob die drei öffentlichen Schulen der Gemeinde bleiben, wo sie sind. Alle drei sind sanierungsbedürftig beziehungsweise zu klein. Trotzdem werden alle digitalisiert – für gut 1,5 Millionen Euro. Das hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung einstimmig beschlossen.

Gleichzeitig wurde ein Eilantrag der FDP, demzufolge Schüler aus bedürftigen Familien von der Gemeinde digitale Endgeräte bekommen hätten sollen, mit 4 zu 16 Stimmen abgeschmettert. Der Antrag, vom Ortsvorsitzenden Alex Betz im Vorfeld im Isaranzeiger veröffentlicht, hatte ohnehin für Ärger gesorgt. Betz schrieb, Susanna Tausendfreund (Grüne) habe es verpasst, die Schulen zeitgemäß auszustatten. In der Sitzung konterte die Bürgermeisterin: „Über derart despektierliche Formulierungen ärgere ich mich.“ Die Unterstellung der FDP sei „unverschämt, wir sind schon lang dran, uns zu kümmern“.

500.000 Euro muss die Gemeinde berappen

Genau genommen treibe Kämmerer André Schneider, wie dieser dann erklärte, das Thema seit eineinhalb Jahren „mit Herzblut“ voran. Unter anderem habe er an Förderungen aufzutreiben versucht, was nur möglich ist. „Wir werden jeden Cent abrufen“. Weshalb am Ende an der Gemeinde von den 1,5 Millionen nicht mehr als 500 000 Euro hängen bleiben sollen. Gleichzeitig haben alle drei Schulen eigene Bildungskonzepte entwickelt. „Ohne gutes Konzept ist die ganze Ausstattung nichts wert“, sagt der Kämmerer.

Inhaltlich kontrovers diskutierte der Gemeinderat das „tolle Projekt für Pullach“ (Tausendfreund) dann nicht. Im Gegenteil – Holger Ptacek, SPD, zeigte sich „begeistert“ vom Geplanten, Fabian Müller-Klug, Grüne, sagte: „Wir nehmen damit eine Vorreiterrolle ein auch über den Landkreis hinaus.“

„Es geht nicht ohne Wlan“

Bedenken dahingehend, dass das freie Wlan, das freilich an allen Schulen eingerichtet werden muss, eine Strahlenbelastung für Schüler und Lehrer bedeute, gab es zwar – das sei aber, so der Tenor, in Kauf zu nehmen. Johannes Schuster, WiP: „Es macht keinen Sinn, darüber zu diskutieren.“ „Moderne Bildung“, sagte Fabian Müller-Klug, der selbst Lehrer ist, „geht nicht ohne Wlan“. Er regte an, die Gebäude nicht unnötig „zuzuballern“, sondern die Router überlegt zu platzieren. Nur Angelika Metz, auch WiP, wollte am Schluss wissen, was eigentlich mit Eltern sei, die ihr Kind nicht auf eine digitalisierte Schule schicken wollten. Bei der Abstimmung, die einstimmig ausfiel, war sie nicht im Raum.

Bis zum Frühjahr 2021 will die Gemeinde das Projekt abgeschlossen haben. Will sämtliche Schulstandorte mit Breitband-Anschluss versehen, die Gebäude entsprechend verkabelt, die Klassenzimmer umgerüstet haben. Holger Ptacek regte noch an, neben den Smartboards weiterhin herkömmliche Tafeln zu nutzen: „Die sind manchmal der modernen Technik überlegen.“

53.000 Euro für Ausstattung bedürftiger Familien

Schon zu Beginn der Diskussion hatte sich übrigens Michael Reich, FDP, für den übereilten Eilantrag seiner Fraktion entschuldigt. Inhaltlich hatte sich das Ganze ohnehin erledigt, denn die Verwaltung hat während der Corona-bedingten Schulschließung längst über ein Sonderbudget vom Bund 53 000 Euro generiert, um bedürftige Familien mit Tablets oder Notebooks auszustatten. Trotzdem wurde noch über den Antrag abgestimmt.

Schnell soll es jedenfalls gehen: Mit der Digitalisierung der Schulen zu warten, bis diese neu gebaut oder saniert sind, mache, sagt Kämmerer Schneider, keinen Sinn. „Das dauert ja noch Jahre.“ Man werde die Kabel in den jetzigen Gebäuden so unaufwendig wie möglich verlegen. Die Server und Smartboards seien ja ohnehin transportabel. 

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