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Befreiten freiwillig den Spielplatz von der Freinacht-Verwüstung: Amadea (12) und Anthea (11).

Entsetzen über „blinde Zerstörungswut“ in ganz Pullach

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Herausgerissene Verkehrsschilder, ein völlig zerstörtes Hundeklo, Mülltonnen, die an dunklen Stellen auf der Straßen standen und umgeworfene Altpapier- und Altglascontainer am Bahnhof: „Das ist blinde Zerstörungswut und hat nichts mehr mit Tradition zu tun“, sagt Sylvia Schwaab. Pullachs Bauhofleiterin war entsetzt über das Ausmaß, in dem Unbekannte in der Freinacht im Ortskern gewütet hatten. Bekannt wurden diese Vorfälle erst jetzt, als die Gemeinde zwei jungen fleißigen Helferinnen für ihre Aufräumaktion dankte.

Pullach –  Denn heftige Scherze haben sich Unbekannte auch auf dem Spielplatz auf den Seitnerfeldern erlaubt. Zweieinhalb Stunden säuberten Amadea (12) und Anthea (11) am nächsten Morgen die Anlage von Klopapier, Rasierschaum und Seifenlauge – freiwillig und auf eigene Initiative. „Wir fanden das unverschämt, auch weil die Spielgeräte ja ganz neu sind“, erzählt Anthea. Die beiden Mädchen besuchen die sechste Klasse des Otfried-Preußler-Gymnasiums. Die Unbekannten hatten die Rutschbahn mit Seifenlauge eingeschmiert. Sie war spiegelglatt. Nicht ungefährlich, vor allem für kleinere Kinder.

Gelassener sieht die Polizei die Aktionen. „Die Freinacht war früher wesentlich gravierender“, sagt Andreas Aigner, Leiter der Polizei-Inspektion Grünwald auf Nachfrage des Münchner Merkur. „Aus Sicht der Polizei war es eine Freinacht wie jedes Jahr“, betont er. Die Vorfälle hätten nicht zugenommen.

Vielmehr ist er froh, „dass wir keine Brandmeldungen hatten“. Auch diese habe es schon in der Nacht zum 1. Mai gegeben. Dennoch hätten mehrere Streifen in Pullach nach dem Rechten gesehen, Jugendlichen Spraydosen, Sekundenkleber und weiteres Zubehör mit Potenzial für Freinacht-Scherze abgenommen, „mit dem sie was kaputt machen können“. Einige Jugendliche seien persönlich bei den Eltern daheim vorbeigebracht worden. Und demolierte Verkehrsschilder „haben wir regelmäßig“ in Pullach, sagt Aigner. Nicht nur in der Freinacht, sondern auch bei privaten Partys.

Etwas anders bewertet Bauhof-Leiterin Schwaab die Qualität der Vorfälle. Sie empfindet vor allem die rausgerissenen Verkehrsschilder als „tragisch“. Denn wenn ein „Vorfahrt gewähren“-Schild fehlt, kann das böse Folgen haben.

Die Freinacht-Bilanz: 900 Euro Sachschaden. Das Hundeklo an der Ecke Münchner Straße/Margarethenstraße muss ersetzt werden. Ein neues Klo kostet allein 500 Euro. Auch Verkehrsschilder gilt es zu ersetzen. Nicht eingerechnet sind dabei die Arbeitsstunden, die Mitarbeiter des Bauhofs und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr leisteten, um aufzuräumen. „Den ganzen Dienstagvormittag waren die Bauhof-Mitarbeiter beschäftigt“, sagt Schwaab. Unter anderem, um mit den Feuerwehr-Kameraden die Container am Bahnhof einzuräumen.

Doch es gab auch Freinacht-Scherze zum Schmunzeln in Pullach, findet die Bauhof-Leiterin: So hing plötzlich das Ortsschild von St. Heinrich am Starnberger See in der Münchner Straße. Bleibt allerdings die Frage, wo das Pullacher Schild geblieben ist. 

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