+
Dieser Skorpion der Art Euscorpius ist in etwa so groß wie eine Hornisse.

Feuerwehr übt den Einsatz mit exotischen Tieren

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
    schließen

Wenn plötzlich eine Schlange durch den Garten kriecht oder ein Skorpion über die Terrasse flitzt, rufen viele Menschen die Feuerwehr zur Hilfe. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Pullach sind die Hilfesuchenden jetzt an der richtigen Adresse.

Pullach – Von einem auf gefährliche und exotische Tiere spezialisierten Experten lernten 42 Kameraden der Mannschaft von Kommandant Harald Stoiber, wie sie sich im Ernstfall verhalten. Zwar gab es in den vergangenen Jahren keinen Fall einer ausgebüchsten Schlange im Gemeindegebiet, aber „es ist grundsätzlich nicht schädlich, wenn wir auf dem Laufenden bleiben“, sagt Stoiber. Deshalb hat er den Experten Stefan Zobel, Brandoberinspektor der Berufsfeuerwehr München, nach Pullach eingeladen.

Keine Angst: Stefan Zobel (l.) beim Workshop mit der Feuerwehr. In der Hand hält er einen Königspython.

Wo kann man Schlangen berühren, wo besser nicht? Welche Hilfsmittel gibt es, und wie kann man es vermeiden, die Tiere zu verletzen? Wie wirken Gifte von Skorpionen oder Spinnen? Diese und weitere Fragen beantwortete Zobel und hatte neben Präparaten auch zwei lebende Tiere dabei: Einen Skorpion der Art Euscorpius, der sich von Italien inzwischen bis nach Deutschland ausbreitet, und einen Königspython.

Anhand des Königspythons – die ausgewachsenen Tiere sind mit zwei Metern Länge die kleinste Python-Art – erklärte Zobel den Umgang mit Schlangen. „Je vorsichtiger man auf sie zugeht, desto besser. Man sollte sie mit einem Fanghaken so positionieren, dass sich sich von selbst in einen Fangsack zurückzieht“, resümiert Pullachs Kommandant Harald Stoiber. Das Gelernte übte seine Mannschaft direkt mit einer Gummiattrappe. Die Erfahrungen mit dem Python helfen der Pullacher Feuerwehr nicht nur bei exotischen Schlangen, sondern auch bei heimischen, etwa Kreuzottern oder Ringelnattern. Zwar gab es in Pullach zuletzt vor zwei Jahren einen Vorfall – eine Kreuzotter hatte einen Hund gebissen –, aber vorbereitet zu sein, schadet doch nie.  

Auch interessant

Kommentare