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Ihre Meinung zu den Standorten durften die Bürger abgeben.

Informationsabend in Pullach

Fünf mögliche Grundstücke für Asylunterkünfte 

Pullach - Die Meinungen der Pullacher zu den fünf Grundstücken für Asylunterkünfte gehen auseinander. Doch die Zeit drängt. Die Gemeinde muss 2016 deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen.

Eines machte Bürgermeisterin Susanna Tausenfreund (Grüne) von vornherein klar: „Es geht nicht darum, ob wir die Menschen aufnehmen, sondern wie wir sie menschenwürdig unterbringen.“ Gemeint waren die Asylbewerber, die Pullach im kommenden Jahr aufnehmen muss, um seine Quote zu erfüllen. Hier habe die Gemeinde „deutlich Nachholbedarf“. Derzeit sind der 8887 Einwohner starken Kommune 240 Asylbewerbern für das Jahr 2016 zugewiesen. Untergebracht sind momentan nach Auskunft der Verwaltung 55 Schutzsuchende, zudem leben 17 anerkannte Flüchtlinge im Gemeindegebiet. 88 unbegleitete Jugendliche haben in der Burg Schwaneck ein vorläufiges Zuhause gefunden. Sie werden der Gemeinde derzeit noch gutgeschrieben. Das wird sich allerdings spätestens Mitte 2017 ändern. Dann nämlich soll auf der Burg wieder „so schnell wie möglich zum Jugendherberge-Betrieb“ zurückgekehrt werden, erklärt Tausendfreund. Spätestens dann müssen Alternativ-Unterkünfte parat stehen. 

Der Informationsabend zur Unterbringung von Flüchtlingen sollte Aufschluss darüber geben, welche Grundstücke für den Bau von Unterkünften in Frage kommen. Rund 400 Pullacher kamen dazu ins Bürgerhaus. Dort präsentierte die Verwaltung die 19 Grundstücke, die auf ihre Tauglichkeit überprüft wurden. Fünf dieser Liegenschaften wurden dabei für „verfügbar und geeignet“ befunden, erläutert Jürgen Weiß, Leiter der Bauverwaltung. 

Drei Grundstücke standen bereits in der Gemeinderatssitzung Ende Oktober zur Diskussion: Das Grundstück nördlich des Kindergartens „Isarspatzen“ an der Hans-Keis-Straße, das Areal nördlich des Seniorenzentrums am Wiesenweg und der südliche Teil des unbewachsen Grundstücks an der Anton-Köck-Straße. Hinzu kamen das Gelände am ehemaligen Eon-Bahnhof in Baierbrunn und ein Grundstück an der Heilmannstraße in der Siedlung am Grundelberg. Schwieriger gestaltet sich die Lage beim ehemaligen Eon-Bauhof. Der liegt auf Baierbrunner Flur. Daher ist unklar, ob Flüchtlinge, die man dort unterbringen könnte, Pullach angerechnet werden. Das müsse man in Rücksprache mit dem Landratsamt klären, erläutert Weiß. Absehbar, wie viele Asylbewerber jeweils untergebracht werden könnten, sei noch bei keinem Grundstück klar, gibt Tausendfreund zu. Nach wie vor spricht sich die Rathauschefin für eine dauerhafte Lösungen aus, die eine Vermischung und Integration möglich mache. Kurzfristige Massenunterkünfte seien schlicht nicht “zukunftsorientiert“.

 Unterstützung erhält sie dabei von Landrat Christoph Göbel (CSU). „Eine Ghettoisierung“ gelte es zu verhindern, allerdings pocht der Landrat auf eine schnelle Lösung.

Florian Prommer

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