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Hübsch von außen, aber zu wenig Platz drinnen: Die „Möuseburg“ soll in ein neues Gebäude verlagert werden.

Platzmangel im Kindergarten

Gemeinde plant Neubau für die „Mäuseburg“

Pullach - Der Kindergarten "Mäuseburg" braucht dringend zusätzliche Räume für zwei weitere Krippengruppen. Die Gemeinde wird den Platz zunächst in Form von Containern bereitstellen. Aber gleichzeitig wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung aufgrund eines Antrags von Patrick Schramm (CSU) beschlossen, dass sich die Verwaltung nach einem geeigneten Grundstück umsieht, um dort für die Mäuseburg ein festes Gebäude zu errichten.

Um endlich die Provisorien, mit denen sich Erzieher und Kinder schon seit Jahren arrangieren, abbauen zu können – ein Teil des Betriebs läuft nämlich schon in Containern. „Ich glaube einfach, dass es an der Zeit ist, in eine endgültige Lösung einzusteigen“, begründete Schramm seine Initiative. Mit der er im Prinzip offene Türen einrannte bei den Kollegen. „Ich begrüße die Anregung, wegzukommen vom Provisorium“, meinte Fabian Müller-Klug von den Grünen, „nachhaltiges Bauen ist auch uns wichtig“. Es geht darum, „Werte zu schaffen für die Zukunft“. 

Diskutiert wurde dann eher über Nebenaspekte. Etwa darüber, ob man nicht gleich, um sich die 480 000 Euro Baukosten zu sparen, auf die Container verzichten könne und dafür den Neubau vorantreibe. Der sei, meinte Schramm salopp, in einem Jahr zu schaffen: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Die jetzt für die Krippe bei den Mäusen angemeldeten 14 Kinder könnten vorübergehend ja in anderen Einrichtungen geparkt werden – im Waldorf-Kindergarten Buchenhain vielleicht oder in der entstehenden Krippe im katholischen Marga Müller-Kindergarten. Dem schloss sich die Mehrheit im Gremium allerdings nicht an. Die Eltern, sagte auch Martina Eß von der Verwaltung, hätten ein Recht darauf, die pädagogische Ausrichtung der Kita, in die ihr Kind geht, selbst zu wählen. Zudem, mahnte Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne), seien die Arbeiten für die Container schon ausgeschrieben – wenn die Gemeinde das Projekt schubladisiert, kämen auf sie Schadensersatzforderungen zu. „Es wäre unvernünftig, jetzt auszusteigen.“ 

Auch Arnulf Mallach (SPD) meinte: „Wir können nicht einfach Beschlüsse wieder aufheben.“ Dass man jetzt nicht „die Kinderkrippe mit dem Bad ausschütten solle“, findet auch Holger Ptacek (SPD). Die CSU habe zwei Legislaturperioden lang Zeit gehabt, sich ums Thema Kinderbetreuung zu kümmern. Nicht angenommen wurde letztlich auch der Standort, den Patrick Schramm vorgeschlagen hatte für die Mäuse-Zweitburg: nämlich die sogenannte „Polizeiwiese“ unterhalb der BND-Mauer, auf die aber eigentlich Container für Flüchtlinge kommen sollen. Der Gemeinderat lehnte ab, weil er den Standort für nicht machbar hält.

Andrea Kästle

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