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Eine „gestalterische Einheit“ ist der Friedhof geworden. Viel Altbestand wurde abgerissen.

Neuer Pullacher Friedhof: Grabgebühren steigen moderat

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Für viel Geld hat die Gemeinde Pullach in den vergangenen drei Jahren ihren Friedhof zum Teil neu gebaut, zum Teil saniert. Jetzt hat der Gemeinderat beschlossen, inwieweit die Bürger die Kosten über die Grab-Gebühren mittragen müssen.

Pullach – Überraschende Entscheidung im letzten Gemeinderat: Das Gremium folgte nicht dem Vorschlag der Verwaltung, die Gebühren so anzuheben, dass wenigstens die laufenden Kosten des Betriebs komplett wieder hereinkommen. Auch die vorgeschlagene Alternative, wenigstens mit 80 Prozent Kostendeckung zu kalkulieren, fand keine Mehrheit. Sondern: Mit nur vier Gegenstimmen einigte sich die Runde unter den weißen Kugellampen darauf, den Bürgern nur 70 Prozent der anfallenden Ausgaben für den Unterhalt in Rechnung zu stellen. „Damit sind die Gebühren zum Teil schon sehr günstig“, fasste Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) zusammen, was die Kollegen beschlossen hatten. Auch sie, so schien es, kann damit gut leben.

Ausführlich war dem Gemeinderat von einer Fachfrau vorgetragen worden, wie sich überhaupt Grab- und Nutzungsgebühren in einem Friedhof zusammensetzen. Wobei klar ist, dass die 5,4 Millionen Euro, die die Gemeinde seit 2016 in die neue Aussegnungshalle, die Errichtung von insgesamt 104 Urnennischen in drei Kolumbarien (Urnenwänden) und einer Urnenschaugangwand gesteckt hat, ohnehin nie umgelegt werden können. Aber der Friedhof ist auch so teuer genug – der laufende Betrieb des etwa fünf Hektar großen Areals verschlingt im Jahr fast 400 000 Euro.

Entsprechend kosten künftig jeweils für den Zeitraum von zehn Jahren Einzelgräber, je nachdem, ob im neuen oder alten Teil des Friedhofs gelegen, rund 460 bis 480 Euro (bisher 370 bis 420), Doppelgräber, die im neuen Teil teurer sind, erhöhen sich um 70 bis 120 Euro auf 960 bis 980 Euro. Ein Urnengrab in einer der Nischen kommt auf 1024 Euro.

Plädiert dafür, bei den Gebühren nicht zu sehr hinzulangen, hatte Andreas Most von der CSU. Er meinte: „Ich will nicht, dass die Bürger den Eindruck haben, wir verlangen zuviel von ihnen.“ Angelika Metz von der WiP war da anderer Ansicht, sie fand, die Gemeinde müsse durchaus hier auch an sich denken: „Wir haben uns den Friedhof geleistet, es soll hier jetzt auch kostendeckend gewirtschaftet werden.“ Die Gemeinderätin setzte sich aber nicht durch.

Diskutiert wurde dann auch noch die Tagespauschale von 120 Euro, die für die Aufbahrung in der Leichenhalle künftig verlangt wird und die Cornelia Zechmeister, ebenfalls WiP, zu hoch erschien: „Wer soll das heute noch zahlen?“ Aber hier folgte das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung.

Mit der neuen Gebührenordnung beschloss der Gemeinderat dann auch gleich die entsprechende Friedhofs-Satzung, die sich nur in einem Punkt wirklich ändert: Künftig sind Fotos auf Grabsteinen – wie es sie schon andernorts gibt und für die man bisher eine Ausnahmegenehmigung gebraucht hat – ausdrücklich erlaubt.

Lesen Sie auch: Streit um Kastanienallee in Großhesselohe und eine neue Brücke zwischen Grünwald und Pullach.

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