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Hinter dieser Mauer könnte in Großhesselohe eine neue kleine Villen-Kolonie entstehen.

Grundstück aus dem Erbe des C&A-Clans:

Villenkolonie im schönsten Teil Pullachs geplant

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Pullach ist eine reiche Gemeinde – und in recht naher Zukunft werden weitere reiche Personen dort hinziehen. In Großhesselohe kommt demnächst offenbar das Riesengrundstück der Familie Brenninkmeijer, die zum C&A-Clan gehört, auf den freien Markt.

Pullach – Auf dem spektakulären Areal in bester Lage mit unverbaubarem Blick auf die Isarauen könnte, wie es jetzt im Gemeinderat hieß, eine kleine Villenkolonie mit sechs Gebäuden Platz finden.

In den Nachkriegsjahren hatten sich die Brenninkmeijers in der Isartalgemeinde angesiedelt. In ihrem Wohnhaus, das sie in den ansehnlichen Garten pflanzten, befand sich auch eine Kegelbahn. Sie bekamen zwei Kinder, von denen, wie es in der Dynastie üblich ist, der Sohn wieder ins nach strengsten Regeln geführte Familienunternehmen eingestiegen ist. Mutter und Tochter gingen irgendwann nach Düsseldorf. Der Vater, Peter, ist bereits gestorben.

Das Anwesen steht mittlerweile seit etwa zehn Jahren leer – jetzt soll das 15 000 Quadratmeter-Grundstück wohl endgültig verkauft werden. Unterteilt in sechs immer noch recht große Parzellen.

Vorgestellt wurden die ersten Ideen für eine künftige Bebauung der Georg-Kalb-Straße 12a vom renommierten Architekturbüro „Landau + Kindelbacher“, das schon mehrere Projekte in Pullach verwirklicht hat und dabei, wie Gerhard Landau dem Gremium erläuterte, immer darauf geachtet habe, dass die Entwürfe sich auch einfügen in die Umgebung.

In Sachen Großhesselohe ging es freilich erst mal darum, über eine Bauvoranfrage grundsätzlich auszuloten, was genehmigungsfähig ist in der schönen Lage und was nicht. Wie sich zeigte, konnte sich der Gemeinderat mit den Vorstellungen der Architekten durchaus anfreunden, allerdings war das Thema auch schon mehrmals im Bauausschuss vorbehandelt worden.

Der Diskussion konnte man dann entnehmen, dass von den sechs Parzellen noch keine verkauft worden ist, dass es jedoch bereits Interessenten gibt. Einer der möglichen Käufer überlege etwa, berichtete Landau, sich gleich zwei Teilflächen zu sichern. Es könne, meinte der Architekt dann noch, freilich auch sein, dass ein künftiger Bauherrn statt einer Villa lieber ein Doppelhaus errichten würde.

Letztlich, wie gesagt, ging der Pullacher Gemeinderat im Wesentlichen mit den Vorstellungen der Architekten konform. Die sechs angedachten Villen dürften, wie die Verwaltung bei der Sitzung bestätigte, jeweils auch mit Schwimmbädern ausgestattet werden. Vorgesehen sind herkömmliche Dächer. Gerungen worden ist bei den Vorberatungen wohl vor allem um die Erschließung, die jetzt über nur eine Straße erfolgen soll. Was im Gremium von allen Seiten begrüßt worden ist. Die Gebäude dürfen, auch das wurde noch einmal erläutert, Firsthöhen von 10,5 Metern bekommen. Allerdings: Zusätzlich auch noch Schwimmteiche in den Gärten will das Kommunalparlament nicht genehmigen, eine eigene Abstimmung dazu ging mit 14:4 gegen die Teiche aus.

Nach Erläuterungen seitens des Bauamts und der Architekten eröffnete Wilhelm Wülleitner von den Grünen, der selbst Architekt ist, die kurze Debatte. Er meinte, die Überplanung des spektakulären Grundstücks sei „hervorragend gelungen, die Gebäude haben Qualität“. Er hätte auch Schwimmteiche in den Gärten noch „in Ordnung“ gefunden: „Ich bin froh über die Entwicklung.“ Auch Cornelia Zechmeister, WiP, bekundete: „Das ist jetzt eine gute Bebauung“, die langen Vorbesprechungen im Bauausschuss hätten sich gelohnt. Alexander Betz, FDP: „Das Konzept ist überzeugend“, die Gemeinde habe hier „das Zepter in die Hand genommen“. Arnulf Mallach von der SPD war der einzige, der an dem Projekt etwas bedauerte – er hätte eine „zentrale Tiefgarage gut gefunden“. Jetzt würden „wesentliche Teile des Grundstücks“ zum Parken bereitgestellt. Trotzdem: „Ich freu’ mich, dass es zu dieser Lösung gekommen ist.“

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