Sanierungsfall: Das Pullacher Hallenbad ist so marode, dass wahrscheinlich ein Neubau her muss.
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Sanierungsfall: Das Pullacher Hallenbad ist so marode, dass wahrscheinlich ein Neubau her muss.

Neuer Standort? Abriss? Sanierung?

Hallenbad-Sanierung: Pullach schwimmt im Kreis

  • vonAndrea Kästle
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In Pullach herrscht große Uneinigkeit darüber, wie es mit dem maroden Hallenbad weitergehen soll. Auch eine nun vorgestellte Machbarkeitsstudie half wenig weiter.

Pullach– In Sachen Schwimmbad ist in Pullach erst mal noch keine Lösung in Sicht. Als jetzt die Architektin Christina Jeschke im Gemeinderat drei Möglichkeiten vorgestellt hat, wie ein neues Bad auf dem alten Standort gebaut werden könnte, fielen die Stellungnahmen der Kommunalpolitiker dazu so unterschiedlich aus wie eh und je. Andreas Most, CSU, stellte irgendwann fest: „Wir sind uns einfach nicht einig.“

Genau das ist, wenn es um das stark sanierungsbedürftige, aus den frühen 70ern stammende Freizeitbad geht, das jährlich rund zwei Millionen Euro Miese verursacht, schon immer der Fall gewesen. Vor etwa zwei Jahren hatte sich das Gremium dann mühsam dazu durchgerungen, einen Neubau auf eine der letzten Freiflächen in der zugebauten Kommune zu pflanzen, auf die sogenannte Kuhwiese im Norden der Gemeinde. Heuer im April wurde dieser Beschluss dann von CSU und WiP wieder gekippt. Daraufhin wurde die nun vorgestellte Machbarkeitsstudie für den bestehenden Standort in der Hans-Keis-Straße in Auftrag gegeben.

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Bau auf dem alten Grundstück bedeutet fast drei Jahre ohne Hallenbad

Dabei, das wurde schnell klar, ist ein Neubau dort eigentlich nur sinnvoll, wenn vorher der Bestand abgerissen wird – und man das ganze Grundstück zur Verfügung hat. Nur dann könnte das Bad, erklärte Jeschke, richtig nach der Sonne ausgerichtet werden, fände die Sauna im Westen Platz, wo sie eigentlich hingehört, könnte eine Tiefgarage unter den Umkleiden platziert werden. Allerdings hätten dann freilich die Pullacher Kinder, Vereinssportler, Bürger während der zwei Jahre und acht Monate dauernden Bauzeit kein Schwimmbad zur Verfügung – und das wiederum will ihnen keiner der Gemeinderäte zumuten. Immerhin in diesem einen Punkt sind alle einer Meinung.

Neubau und Abriss verzahnen ist am teuersten

Christina Jeschke stellte auch noch zwei Möglichkeiten vor, wie auf dem jetzigen Grundstück der Neubau bei laufendem Betrieb im Altbestand auf der Liegewiese hochgezogen werden könnte – aber keine der Varianten mochte sie am Ende wirklich empfehlen. Heraus käme in beiden Fällen nur ein „suboptimales Bad“. Im einen Fall würde man den Neubau auf die verfügbare Restfläche quetschen, wobei dann für die Sauna nur im Obergeschoss Platz wäre, die Tiefgarage unter der Schwimmhalle, also sehr tief, errichtet werden müsste. Bei der anderen Variante, die am Ende der WiP als einzige praktikabel erschien, würden Neubau und Abriss ineinander verzahnt, es würde erst die neue Schwimmhalle errichtet, dann der Bestand abgerissen, dann kämen die neue Sauna und der Rest hinzu. Allerdings ist diese Möglichkeit die teuerste mit Baukosten in Höhe von 24 bis 25 Millionen Euro, und am längsten würden sich die Arbeiten ebenfalls hinziehen.

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Bürgerinitiative macht gegen Standort an der Kuhwiese mobil

Grüne und SPD hielten derweil am Neubau auf der Kuhwiese fest, für den sie sich schon immer eingesetzt haben. Renate Grasse: „Wir gehen davon aus, dass ein schnelles Schwimmbad nur dort machbar ist.“ Ihr Grünen-Fraktionskollege Fabian Müller-Klug meinte, ein „falsch situiertes Schwimmbad“ scheide für ihn einfach aus. SPDler Holger Ptacek legte nach: „Die Kuhwiese ist eine saure Wiese, auf dem jetzigen Schwimmbad-Standort befindet sich schützenswerter Baumbestand.“ 3,80 Euro koste der Betrieb des alten Bades die Gemeinde pro Minute, hat er ausgerechnet, man solle endlich aufhören damit, „Luftschlössern hinterherzujagen“.

Andreas Most wiederum sprach sich für keine der vielen Möglichkeiten aus, er hatte immer gehofft, dass die Gemeinde das Warnberger Feld, das sie gern kaufen würde, rechtzeitig kaufen könnte – um dort dann ein Schwimmbad zu errichten. Aber die Angelegenheit zieht sich. Am Standort Kuhwiese findet er problematisch, dass sich dort Anlieger zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben: „Die wollen das Ding verhindern“, Tenor: Man solle sich sowas gar nicht erst antun.

Sanierung doch eine Option?

Gegen Ende der langen Diskussion brachte Johannes Burges von der FDP noch eine ganz andere Variante ins Spiel, die aus seiner Sicht einfachste von allen: Man solle doch das alte Bad am alten Standort richten: Warum renovieren wir es nicht einfach?“

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