Verdacht auf Paketbombe - mehrere Verletzte bei Explosion in Fußgängerzone von Lyon

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Großeinsatz an Pullacher Schule: Spezialkräfte von LKA und Feuerwehr rücken am Donnerstagnachmittag an.

Beispielloser Großeinsatz

Hochgefährliche Substanz an Pullacher Gymnasium: Einsatzkräfte und Schule erklären Grund

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  • Stefan Weinzierl
    Stefan Weinzierl
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Ein hochexplosives Gemisch wurde an einer Pullacher Schule entdeckt. Die Folge ist ein beispielloser Großeinsatz mit diversen Spezialkräften - und einem Sprengkommando.

Update, Freitag, 13.51 Uhr:

Pullach - Nun steht auch der Grund fest, warum sich die gefährliche Situation in einem Chemieraum des Gymnasiums entwickelte. Offenbar handelte es sich um Kalium, das dort für Unterrichtszwecke gelagert wurde - nur das offenbar viel zu lange. „Kalium wird üblicherweise in Paraffinöl gelagert, um einen Kontakt mit Luftsauerstoff auszuschließen, mit welchem es reagieren kann“, erklärt Bernd Budau, der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Planegg, die bei der Sprengung durch Experten des Landeskriminalamtes Hilfestellung leisteten. 

Feuerwehr: Stoff war instabil und hochexplosiv

Das aufgefundene Gefäß sei jedoch trocken gewesen und so habe man eine Reaktion mit Luftsauerstoff nicht mehr ausschließen können. „Der Inhalt war nach Einschätzung der Experten des Landeskriminalamtes und des ABC-Zuges München-Land instabil und hochexplosiv“, so Budau. 

Schulleiterin: Keine unmittelbare Gefahr

Wie Angelika Eckardt, die stellvertretenden Schulleiterin des Pater-Rupert-Mayer-Gymnasiums, betont, habe aber durch das Kalium, das sicher verwahrt in dem Schrank gelagert worden sei, für Schüler und Lehrer keine unmittelbare Gefahr bestanden. Denn solange er nicht Erschütterungen oder Ähnlichem ausgesetzt ist, gebe es damit kein Problem. 

Weil man den potenziell gefährlichen Stoff allerdings möglichst schnell aus der Schule haben wollte, habe man sich nach Rücksprache mit den Experten darauf verständigt, die Entsorgung am Donnerstag gegen 17 Uhr durchzuführen. „Um 16.30 Uhr ist donnerstags jeder Unterricht beendet, sodass wir dann keine Schüler mehr im Gebäude hatten“, erzählt Eckardt. Aus Sicherheitsgründen wurde während der Bergung trotzdem das gesamte Schulgelände evakuiert. „Wir haben dann noch am Abend die Eltern per E-Mail über den Vorfall informiert“, so Eckhart.

Der neue Chemie-Fachbereichsleiter hatte das Gefäß bei einer Routine-Kontrolle entdeckt.

Ursprünglicher Artikel, Freitag, 9 Uhr

Pullach - Die Feuerwehr Pullach berichtet: Am Donnerstagnachmittag ging bei der Polizei eine Meldung ein, wonach in einem Chemie-Raum im Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium ein Behältnis mit einer potenziell explosionsgefährlichen Kalium-Verbindung lagere. 

Laut der Polizei München lagerte das Kalium-Gemisch dort - offenbar unbemerkt - seit Jahren.

LKA und Spezialkräfte der Feuerwehr rücken in Pullacher Schule an

Spezialkräfte des Landeskriminalamts und des von der Feuerwehreinsatzzentrale alarmierten ABC-Zugs München-Land wurden zur Beratung vor Ort hinzugezogen. 

Substanz tatsächlich hochexplosiv

Sie stellten fest, dass sich in besagtem Behälter eine Mischung verschiedener Stoffe gebildet hatte, die brennbar, ätzend und aufgrund ihrer Instabilität hochexplosiv war. Die einzige Möglichkeit zur fachgerechten Entsorgung bestand nach Einschätzung Experten darin, das Behältnis kontrolliert zur Explosion zu bringen. Mit den Bergungsmaßnahmen konnte jedoch aus Sicherheitsgründen erst nach Ende des Schulbetriebs gegen 17 Uhr begonnen werden.

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Sprengung einzige Lösung

Lagebesprechung - wie mit dem gefährlichen Behälter umgehen?

Um den daraus resultierenden Großeinsatz abwickeln zu können, wurde eine Einsatzleitung gebildet; die Gesamtkoordination übernahm Kreisbrandinspektor Walter Probst, der mit der Leitung der Maßnahmen vor Ort den Kommandanten der Feuerwehr Pullach, Harald Stoiber, betraute. 

Nachdem zunächst das komplette Schulgelände geräumt worden war, bauten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Pullach vorsorglich Löschrohre auf und hielten einen Dekontaminationsplatz in Bereitschaft, um ein sicheres Vorgehen der Spezialkräfte des Landeskriminalamts zu gewährleisten. 

Spezialtransport bringt Behälter nach Planegg

Unterdessen fuhr Kreisbrandinspektor Probst nach Planegg, um den für die Sprengung des Behälters ausgewählten Platz in der dortigen Kiesgrube eines benachbarten Unternehmens zu erkunden. Nach erfolgreicher Bergung des Behälters wurde dieser an Bord eines Lastwagens des ABC-Zuges nach Planegg verbracht. 

Zu einem ganz ähnlichen Fall ist es am Donnerstag am Gymnasium Weilheim gekommen.

Auch hierfür waren besondere Vorsichtsmaßnahmen erfolgreich: Das Fahrzeug wurde für den Fall einer Explosion von Fahrzeugen der Pullacher Feuerwehr und des Rettungsdienstes begleitet, diverse Einsatzkräfte der Polizei sicherten den Konvoi und die Fahrtstrecke ab. Um eine Gefährdung der Bevölkerung zu vermeiden und störungsfrei ans Ziel zu gelangen, wurde eine Route durch den Forstenrieder Park gewählt. 

Der Sprengort bei Planegg.

Die empfindliche Fracht aus Pullach wurde bei Eintreffen in Planegg gegen 20 Uhr von Einsatzkräften der örtlichen Feuerwehr erwartet, die den Sprengplatz bereits vorbereitet hatten. Auch hier erfolgten umfangreiche Absperr- und Sicherungsmaßnahmen, unter anderem mit Unterstützung durch einen Polizeihubschrauber. Ein Rettungswagen und ein Notarzt standen während der gesamten Zeit zur Absicherung der Kräfte bereit. Um kurz nach 21 Uhr erfolgte dann die Sprengung des Behälters, wenig später war der Einsatz beendet.

An den Maßnahmen beteiligt waren 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Pullach, elf Einsatzkräfte der Feuerwehr Planegg, 14 Einsatzkräfte des ABC-Zugs, neun Einsatzkräfte verschiedener Rettungsdienstorganisationen und etwa 80 Polizeibeamte sowie je zwei Angehörige der Kreisbrandinspektion und der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamts München.

mm/tz

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