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Sind wieder wohlauf: Jitka Schuster, Hündin Lilly und Jana Steinherr

Jetzt spricht die Betroffene

Nach Rettungsaktion am Isarhang: „Wir hätten uns den Hals brechen können“

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Am Freitag im Büro hat Jitka Schuster (54) aus Solln immer noch am ganzen Körper gezittert. Sie ist die Frau, die am Donnerstag über sieben Stunden lang auf einem Felsvorsprung unter einem Überhang im unwegsamen Geröllhang zwischen Isartal und Pullach festhing, 25 Meter über dem Grund. 

Pullach– Retter der Freiwilligen Feuerwehr Pullach hatten sich zu ihr vorgearbeitet und sich mit ihr abgeseilt. Samt ihrer Mischlingshündin Lilly, wegen der Jitka Schuster, blind vor Sorge, in einer halsbrecherischen Aktion da hochgeklettert war.

Dass sie sich in Lebensgefahr gebracht hatte wurde ihr so richtig erst hinterher klar, als sie mit ihren Rettern wieder auf sicherem Boden unten an der Badstraße stand und hochschaute ins Geröll des Isarhangs auf Höhe des Kraftwerks Pullach. „Wir hätten uns den Hals brechen können, meine Schwester und ich.“

Denn zuerst hatte Jitka Schuster ihre Schwester um Hilfe gerufen, Jana Steinherr (56). Die versuchte vergeblich, den Hang hochzuklettern, rutschte immer wieder ab, schürfte sich die Arme blutig. Als sie einsah, dass sie nichts ausrichten konnte, rief sie einen Mann um Hilfe, der gerade am Kraftwerk Pullach baden gehen wollten; zufällig ein Polizist. Der rief sofort die Feuerwehr, um 9.37 Uhr ging der Alarm ein. Und die hatte noch vier Stunden zu tun, Jitka Schuster und ihre Lilly heil wieder runterzuholen.

Hund und Frauchen kauerten unter einem Felsvorsprung, hatten sich rettungslos verstiegen. In Panik um ihre beim Gassigehen ausgebüxte Hündin hatte Jitka Schuster sich morgens gegen 6 Uhr den Hang hinaufgequält, immer wieder wegrutschend, sich an Wurzeln durchs Dickicht ziehend. Bis auf 15 Meter konnte sich Jitka Schuster an ihren Hund heranarbeiten. Dann ging nichts mehr, der Hang zwischen ihnen war extrem brüchig.

Deshalb stieg Felix Popp (27) von der Feuerwehr Pullach an einem Seil zu der Frau hoch, sicherte sie. Von oben, aus einem Garten an der Habenschadenstraße, seilte sich Oliver Maranelli (22) zu der Frau ab. Gemeinsam schafften die beiden Frau und Hund Stück für Stück nach unten. „Das ist extrem unwegsames Gelände“, sagt Thomas Maranelli, Vizekommandant der Feuerwehr und Einsatzleiter. Das hat Jitka Schuster dann auch realisiert, als sie wieder heil unten war. „Unglaublich, was die Feuerwehr geleistet hat, das hätten Bergretter auch nicht besser gemacht“, sagt sie. „Es war schlimm, da oben festzuhängen. Ich bin der Feuerwehr so, so dankbar.“ Eine Brotzeit, ein Abendessen hat sie ihren Rettern schon versprochen. Die Feuerwehr brachte sie mit dem Auto hoch nach Pullach, dort wartete ihree Schwester mit dem Wagen.

Daheim in Solln hat sich Lilly auf ihrem Lieblingsplatz im Körbchen im Schlafzimmer eingerollt und ist sofort eingeschlafen. Jitka Schuster hat sich auf die Couch gelegt und ist erst fünf Stunden später wieder aufgewacht. „Da habe ich angefangen zu weinen und habe gezittert am ganzen Körper, weil mir so richtig bewusst geworden ist, dass ich mich in Lebensgefahr gebracht habe.“ Am nächsten Tag ist sie wieder in Pullach ins Büro, um eine Dienstreise für ihren Chef vorzubereiten. Er hat sie bald wieder heimgeschickt, zum Erholen. Und er will die Kontoverbindung der Feuerwehr Pullach, für eine Spende. „Dafür, dass sie seine Assistentin gerettet haben“, sagt Jitka Schuster.

Sie nimmt ihre Lilly, die sie vor Jahren aus Spanien über eine Tiernothilfe nach Solln gebracht hat, jetzt immer an die Festleine im Wald. „Sie hatte am Freitag beim Gassigehen auch gar keine Lust, groß herumzulaufen“, sagt Jitka Schuster. „Entweder war Lilly selbst noch zu erschöpft - oder sie hat gespürt, dass ich noch total aufgewühlt war.“

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