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In die Jahre gekommen: Die Pullacher wünschen sich schon lange ein neues Freizeitbad. 

Neubau ungewiss

Neues Schwimmbad in Pullach steht auf der Kippe

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Das Schwimmbad in Pullach war eigentlich beschlossene Sache. Aber jetzt ist plötzlich doch unsicher, ob es zu einem Neubau auf der Kuhwiese je kommen wird.

Pullach – Denn der Gemeinderat hat jetzt mit zehn zu neun Stimmen dagegen gestimmt, das Vorhaben als „Handlungsempfehlung“ aus dem Ortsentwicklungsplan zu übernehmen.

„Seit über zehn Jahren diskutieren wir jetzt schon über das Schwimmbad. Ich bin es leid“, meinte Holger Ptacek von der SPD gegen Ende der Debatte entnervt. Sein Fraktionskollege Arnulf Mallach schüttelte ungläubig den Kopf, von den auch ziemlich verwunderten Grünen sagte Fabian Müller-Klug wenig später: „Wir sollten uns auch mal einen Ruck geben und Entscheidungen treffen.“

Planer haben so was noch nie erlebt

Vorn saß neben den Vertretern der Verwaltung Christian Ufer vom Planungsbüro Terrabiota – und sah zunehmend teilnahmslos aus. Als er ging, meinte er, so etwas habe er noch nie erlebt. Derweil sagte Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, Grüne, nach der Sitzung: „Trotz des heutigen Votums bleibt ja die Beschlusslage dieselbe. Und wir haben ja schon eine Studie für die Planung in Auftrag gegeben.“ Allerdings, fügte sie an, sei auch sie „etwas ratlos“. Es könne gut sein, dass im bekannt wankelmütigen Gemeinderat „jetzt wieder alles auf Anfang gestellt wird“.

Eröffnet hatte die völlig überraschende Diskussion ums Schwimmbad, das eigentlich nur abgenickt hätte werden sollen, Andreas Most von der CSU. Seine Fraktion, sagte er, wolle das Vorhaben zurückstutzen auf ein kleines Sportbad, zu errichten auf der jetzigen Liegewiese. „Den Freizeitaspekt kann man auch an der Isar abbilden mit einem Naturbad, dann haben wir weniger Kosten.“

Auch wenn ein Naturbad im Landschaftsschutzgebiet nie und nimmer genehmigt werden würde – die WiP stimmte ihm zu. Reinhard Vennekold sagte: „Wir müssen dem Bürger klipp und klar sagen: Das Schwimmbad muss hinten angestellt werden.“ Ein Neubau auf der Kuhwiese käme zu teuer.

Anwohner wollen klagen

Dass das Gremium quasi Angst vor der eigenen Courage in Anbetracht des 22 Millionen-Euro-Projekts bekommen hat – das könnte auch damit zusammenhängen, dass sich die rund 30 Familien, die rund um die Kuhwiese wohnen, zusammengeschlossen haben. Sie haben sich einen Anwalt genommen und drohen, gegen das Vorhaben zu klagen. Was allerdings erst möglich ist, wenn ein Bebauungsplan aufgestellt worden ist für das Gelände. Die Betroffenen fürchten zuviel Lärm, aber sie glauben auch, dass sie in ihren Gärten ständig den Blicken der Badegäste ausgesetzt sind. Deshalb meinte Corenlia Zechmeister, WiP, jetzt auch: Man solle doch erst den Bebauungsplan erarbeiten. „Aber wir müssen auch wissen, was im Bebauungsplan stehen soll“, konterte Tausendfreund.

Alex Betz von der FDP hingegen zeigte wenig Neigung, die bestehende Beschlusslage zu kippen. Die Gemeinde solle abwarten, was bei der ohnehin zu erstellenden immissionsschutzrechtlichen Prüfung herauskomme. „Wir sollten erst mal bei unserer Entscheidung bleiben.“ Auch Arnulf Mallach, SPD, warnte davor, jetzt einfach alles über den Haufen zu werfen: „Mir sind keine neuen Fakten bekannt, aufgrund derer wir neu zu entscheiden hätten.“ Fabian Müller-Klug schloss sich an: „Es gab im Gemeinderat ein Votum für das neue Freizeitbad. Jetzt sollten wir unbedingt erst die nächsten Planungsschritte abwarten.“

Wirklich bindend ist die Tatsache, dass das Schwimmbad im Ortsentwicklungsplan jetzt nicht mehr vorkommt, nicht. Dafür müsste schon der Gemeinderat den ehemaligen Beschluss revidieren. Erst mal wird von der Verwaltung das schon in Auftrag gegebene Konzept für die weiteren Planungsschritte vorgestellt. Auf die Diskussion darf man gespannt sein.

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